
Erfrischend natürlich
"Das beste, beste, beste was passieren kann." besingt Diane in der ersten Single-Auskopplung einmal quer durch die deutsche Radiolandschaft. Doch auch der Rest des Albums vom hibbeligen Rotschopf kann sich hören lassen.
Mit Quietsch-roten Haaren, gemalter Gitarre und frech-forschem Blick guckt einem Diane von ihrem in pink gehaltenen Cover entgegen. "Erwachsener Mädchenpop", könnte man jetzt schlussfolgern und läge gar nicht mal so falsch, auch wenn Diane das sicher nicht so gerne hört. Aber was soll man machen wenn statt kryptischer Textzeilen der deutschen Konkurrenz (ich erinnere da gerne an "Du bist der Regen und ich bin das Meer") tatsächlich mal verständliche Gedanken in Alltagssprache formuliert werden.
Natürlich geht es auch hier um Liebe, allerdings deutlich positiver und auch verspielter als das Kolleginnen wie Regy Claasen schaffen. Kleine Momentaufnahmen und Gefühlseckpunkte werden bei Diane zur Botschaft des kleinen Mädchens das nicht erwachsen werden möchte, das durchs Herbslaub raschelt, rosarote Lollipops lutscht und auch mit der mittlerweile durchbrochenen Schallmauer von 30 Jahren immer noch einen kindlichen Blick auf die Welt schweifen lässt.
"Erfrischend natürlich" lautet daher das Resumée nach dem Hören der ingesamt elf Tracks des ehemaligen Lemonbabies. Und ein wenig Neid schwingt ebenfalls mit, wenn man bedenkt wie unbeschwert Diane Herzschmerz, Liebe, Trauer und Gefühl auslebt, auf den Punkt gebracht, selbstverständlich und ohne theatralische Dramatik. So prekär die Themen eines jeden Titels zusammengenommen erscheinen mögen, kein Track dem man nicht anhört dass die Sängerin jeden Morgen mit einem lauten Lachen aus ihren Träumen erwacht. Kurzum: Ein sehr sympathisches Album!
01. Freitag im Mai
02. Die Welt dreht sich
03. Du kannst alles
04. Von Zeit zu Zeit
05. Hast Du kurz Zeit?
06. Ich hab Dich weinen gesehn
07. Seltsam
08. Zeig Dich
09. Das Beste (Original Version)
10. Was ist schon perfekt?
11. Schläfst Du noch
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