
Performerin mit Charisma
Annett Louisans zweites Album "Unausgesprochen" pirscht zunächst leise und knüpft scheinbar nahtlos an das Debüt an. Schnell wollte sie es dem überraschend erfolgreichen Debut folgen lassen. Die neuen Lieder waren zu einem großen Teil schon während der Tournee 2004 entstanden, manche schon vor Publikum präsentiert und unter spontanem Beifall ausprobiert. Es waren große Hallen und breite Bühnen, die Annetts Stimme mühelos ausfüllte: Auch das eine kleine Überraschung nach dem Senkrechtstart. Standing Ovations und Begeisterung für eine Künstlerin, die eben nicht ein bloßes "Song-Wunder" war, sondern eine Performerin mit Charisma. Das hatte nicht jeder erwartet, vielleicht nicht mal alle ihre Fans.
Samba, Tango und Walzer, Cooles, Chanson, Musette: Schon die gewachsene Stilvielfalt der Kompositionen reflektiert, dass Annett Louisan mit "Unausgesprochen" neue Pfade gehen will. Sie integriert eigene musikalische Vorlieben wie Jazz, probiert ungewohnte Arrangements und rhythmische Strukturen aus. Intensiver noch als auf "Bohème" spielt, entdeckt, seziert und präzisiert sie die Situationen und Figuren der Chanson-Geschichten. Manchmal ("Widder wider Willen") erinnert ihre lässige Prägnanz an Charles Aznavour. Das kommt nicht von ungefähr, das klassische Chanson ist die zweite große Liebe von Annett Louisan.
"Dabei habe ich die Erfahrung gemacht", erzählt Annett Louisan, "dass unsere Fantasien viel schöner und nachhaltiger wirken, je mehr ich mich als Person zurücknehme. Ich lasse den Menschen ihre eigenen Dinge, die sie in ihrem Kopf haben. Dadurch behalten die Lieder ihr Geheimnis." Die Ironie, mit der Annett Louisan so gern jongliert, verlangt diese Distanz. Ein eleganter Drahtseilakt mit entsprechendem Mut zum Risiko, denn wo die Gesten sparsam werden, zählt jede Bewegung doppelt. "Ich mag es total, mit schweren Wörtern leicht umzugehen", sagt Annett Louisan. Schon wieder paradox? Nur auf den ersten Blick. Denn leicht sieht alles aus, das gelingt.
01.02. Lüneburg - Vamos
02.02. Hannover - Theater am Aegi
03.02. Dortmund - Westfalenhalle 2
04.02. Kassel - Stadthalle
06.02. Göttingen - Stadthalle
07.02. Osnabrück - Stadthalle
08.02. Braunschweig - Stadthalle
10.02. Dresden - Alter Schlachthof
11.02. Chemnitz - Stadthalle
12.02. Erfurt - Alte Oper
13.02. Mannheim - Mozartsaal
14.02. Nürnberg - Meistersingerhalle
16.02. Stuttgart - Hegelsaal
06.03. Düsseldorf - Tonhalle
07.03. Kiel - Schloss
09.03. Berlin - Schiller
10.03. Berlin - Schillertheater
14.03. Hamburg - Laeizhalle
16.03. Bremen - Glocke
17.03. Bamberg - Konzerthalle/ Joseph-Keilberth-Saal
18.03. Saarbrücken - E-Werk
31.03. Wien - Halle F
01.04. Graz - Orpheum
02.04. Salzburg - Republic
05.04. Zürich - Kaufleuten
04.04. Bern - Bierhübeli
17.04. Köln - Philharmonie
01. Das große Erwachen (...und jetzt...)
02. Torsten Schmidt
03. Chancenlos
04. Gedacht ich sage Nein
05. Eve
06. Läuft alles perfekt
07. Wo ist das Problem?
08. Er gehörte mal mir
09. Die Lösung
10. Der den ich will
11. Vielleicht
12. Widder wider Willen
13. Beerdigung
14. Ausgesprochen unausgesprochen
15. Was hast Du vor?
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