
Erleuchtung garantiert!
Für das mittlerweile 23. Album der Funklegenden wurde das Songwriting vornehmlich den Gastmusikern wie den Black Eyed Peas, den Jungs von Outkast oder Kenny G. überlassen. Und natürlich führt so eine wunderbare Kollaboration von neuen Ideen und solidem Handwerk schließlich zu, ja genau, Erleuchtung.
Hach, man hat es ja nicht leicht mit den Jungspunden von heute, ständig ruft mal einer an und bittet um Mitarbeit oder geistigen Input, dankt einem aber höchstens noch bei der Grammy-Vergabe für seinen Teil am Erfolg. Earth, Wind & Fire – immerhin schon seit 35 Jahren und 23 Alben im Geschäft haben den Schuh daher folgerichtig umgedreht. Holten sich jede Menge musikalisches Frischfleisch ins Studio, schmissen die kreativen Ideen in einen großen Topf und machten sich schließlich organisiert daran die Inspiration mal der neuen Generation zu entlocken statt immer nur abzugeben.
Und wenn dann solche Legenden wie die fünf Stammesältesten des Funk Maurice White, Verdine White, Philip Bailey und Ralph Johnson rufen, dann lässt man sich als aufstrebender R’n B oder HipHop-Musiker nicht lange bitten, erst recht nicht wenn man nicht nur werbewirksam ins Mikro und später in die Kamera singt, sondern auch aktiv mitgestaltet am neuesten Album der vermutlich eigenen Vorbilder mit dem verheißungsvollen Versprechen der Illumination, also der Erleuchtung.
Wie gut diese graue Theorie in der Praxis dann jedoch die tausend Lichter anschaltet, dass muss man schon gehört haben um es zu glauben. Klassische Soul-Arrangements - wie wir sie aus den 70ern kennen – verbinden sich darauf mit R'n'B und sogar HipHop so natürlich, dass man kaum glauben kann diese von einer Formation zu hören die schon die Generation unserer Eltern zum "booty-shaken" brachte, auch wenn das damals noch ganz unspektakulär Po-Wackeln hieß.
Zudem ist die Titelauswahl der 14 Tracks sehr vielfältig ausgefallen. Vom klassischen Kuschelsoul wie bei "Pure Gold", dem dancefloortauglichen Opener "Lovely People", über schwere Groove-Geschütze beim Grammy-nominierten "Show Me The Way" bis hin zum very fonkey "Elevated" ist einmal quer durch die Rabatte alles zu finden was man für einen Tom-Cruise-Auftritt in Boxershort und mit Sonnenbrille braucht. Und schon ein Tipp vorweg: Für die diesjährige Weihnachtsfeier sollte man dieses Album in jedem Falle schon mal bunkern; da geht noch was mit der prüden Blondine aus der Buchhaltung, versprochen!
01. Lovely People
02. Pure Gold
03. A Talking Voice Interlude
04. Love's Dance
05. Show Me The Way
06. This Is How I Feel
07. Work It Out
08. Pass By You
09. The Noise
10. Elevated
11. Liberation
12. To You
13. The Way You Move
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