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CD Kritik vom 21.10.2005

Stevie Wonder: A Time To Love

Stevie Wonder: A Time To Love | CD Kritik
Stevie Wonder
A Time To Love

Er hat schon alles erreicht...

Über Zahlen zu sprechen, ist derzeit ja schwer en vogue in der Welt des Pop und des Glitzerglams. Neun (Schüsse musste 50 Cent empfangen, bevor er zur globalen Posterfigur des HipHop werden konnte). 28 (Wochen verbrachte Usher im vergangenen Jahr mit seinen Singles auf dem Platz den der Billboard-Sonne). Und 41 (Zentimeter Umfang maß noch Kylie Minouges Hüfte nach der Anlage ihres neuestens Korsetts). Vielleicht sollten wir also auch einmal über Zahlen sprechen... 19 (Grammys). 24 (Nummer-Eins-Hits). 72 Millionen (verkaufte Alben). Keine Frage: Stevie Wonder ist einer der Größten, den die Musikwelt je gesehen hat.

Dabei spricht der mittlerweile 55-jährige Ausnahmekünstler gar nicht so gerne über Zahlen. Sein Thema ist die Liebe. "Die Zeit ist reif für die Sprache der Liebe", sagt er über sein großartiges neues Album "A Time To Love", sein mittlerweile 36. übrigens. "Und ich spreche hier von jeder nur denkbaren Form von Liebe. Die Liebe zu deinem Partner, deinem Bruder oder deiner Schwester. Die Liebe für die Menschheit, die Liebe für den Glauben - ganz egal. Bei der Arbeit an diesem Projekt hatte ich alle Formen von Liebe im Sinn."

Auf diese Weise ist ein reifes Album voller Soul entstanden, das Manifest eines musikalischen Genies, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich immer wieder selbst zu erneuern. "A Time To Love" paart die Entertainer-Qualitäten des einstigen Wunderjungen Stevie Wonder mit dem erdig-experimentellen Spirit der frühen Siebziger Jahre und diesem einzigartigen Gefühl für bewegende Melodien, das Welthits wie "I Just Called To Say I Love You" oder "Happy Birthday" hervorbringen konnte. Bestes Beispiel für diese zeitlose Größe ist die erste Single "So What The Fuss", die niemand Geringeren als Prince an der Gitarre und En Vogue als Background-Sängerin featuret.

Die anderen Songs jedoch stehen dem in nichts nach. Da ist das programmatisch betitelte "Positivity", das kaum besser passen könnte in diese mitunter bedrückende Zeit voll Sorge und Not. Da ist das brillante "From The Bottom Of My Heart", das einen reifen Songwriter auf dem Höhepunkt seiner schöpferischen Fähigkeiten zeigt. Und natürlich ist da der wundervolle Titelsong "A Time To Love", ein Duett mit der Grammy-dekorierten Motown-Kollegin India.Arie. "Ich versuche Musik zu machen, die zeitlos ist", so Stevie Wonder über sein Schaffen. "Für mich geht es immer um die Energie, die ich spüre. Der einzelnen Song ist nur eine Art und Weise, diese Energie zum Ausdruck zu bringen."

Stevie Wonder hat es weit gebracht damit. Er ist in die Rock & Roll Hall Of Fame aufgenommen und mit dem Grammy Lifetime Achievement Award ausgezeichnet worden, Kollegen wie Fans verneigen sich vor seinem Werk und seinen Verdiensten im Kampf gegen Diskriminierung und Hass. Seine Geschichte ist die Geschichte einer musikalischen Ikone, die den Weg gefunden hat in die Herzen von Millionen von Menschen - mit "A Time To Love" hat er ihr nun ein weiteres beeindruckendes Kapitel hinzugefügt.

Playlist:

01. If Your Love Cannot Be Moved
02. Sweetest Somebody I Know
03. Moon Blue
04. From The Bottom Of My Heart
05. Please Don't Hurt My Baby
06. How Will I Know
07. My Love Is On Fire
08. Passionate Raindrops
09. Tell Your Heart I Love You
10. True Love
11. Shelter In The Rain
12. So What The Fuss
13. Can't Imagine Love Without You
14. Positivity
15. A Time To Love

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