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CD Kritik vom 21.10.2005

Various Artists: La musica della mafia Vol. III

Various Artists: La musica della mafia Vol. III | CD Kritik
Various Artists
La musica della mafia Vol. III

Dokumentarisches Werk

Diese Trilogie mit ihrem nun erschienenen dritten und letzten Teil ist unvergleichlich - ein dokumentarisches Werk und als solches zu kategorisieren. Hier geht es weder um Tanzbares, Clubtaugliches, Gruppenspiel, Klangexperimente noch sonstigem musikalisch Bekanntem. Aus einem journalistischen Projekt für den Spiegel ist diese Zusammenstellung entstanden. Der in Deutschland lebende kalabrische Fotograf Francesco Sbano recherchierte über Lieder vom Verbrecherleben.

"Musica della Mafia" ist alles andere als Musik zum Nebenbeihören, für den CD-Player im Auto und schon gar nicht für den Hintergrund. Die Zusammenstellung kalabrischen Liedgutes verlangt die direkte Konfrontation mit den Werken. Die Texte sind – neben der Ursprungssprache italienisch -  auch in deutsch abgedruckt, um ihren Sinn zu offenbaren. In spärlicher, aber sinnvoller Instrumentalisierung gibt es einen Querschnitt dieses  musikalischen Ausdrucksmittels der Mafiosi. Verfolgt man diese dokumentarische Geschichte zeigt es sich, dass es sich bei den Mafiosi um eine "durchaus geerdete, in strenger Disziplin der Verschwiegenheit, Ehre und Blut organisierte Wertegemeinschaft handeln muss, wenn da nicht die tödliche Konsequenz wäre, nach denen Regeln durchgesetzt werden", so ein Auszug aus dem Pressetext.

Die Lieder mit ihren Texten sind geprägt von Leid, Demut, Ehrfurcht wie auch Gewalt. "Infama Vinditta" (Verräterische Rache) beschreibt beispielsweise einen der zahlreichen und blutigen Morde im Kampf der aktuellen gegen die alteingesessene Mafia der 80’ er Jahre. Auch die Blutrache einer Frau an einem Mann, der sie nicht heiraten will, nachdem er sich mit ihr eingelassen hat ist ein anderes Thema in den Liedern der Mafia. In dieser Aufnahme ist eine der seltenen weiblichen Gesänge im Liederrepertoire der Mafia zu hören. Ein 14minütiges Stück wird gesungen von dem Gassensänger Orazio Strano aus Catania. Es beschreibt die sozialen Bedingungen der armen Bevölkerung Ostsiziliens nach Ende des Zweiten Weltkrieges.  "Le Canzoni Dell’ Onorata Societá ist ein außergewöhnliches Stück Musikgeschichte, auf das man sich auf jeden Fall einmal einlassen sollte. 

Playlist:

01. Intro
02. Parlato I
03. E Fua chiamatu
04. Innocente carcerato
05. Cantu i l’emigranti
06. Musulinu galantomu
07. Amuri e carceri
08. Pizzicarella malinconica
09. Era na sira i Maggiu
10. Parlato II
11. Infama Vinditta
12. Penseri / Instrumental
13. Pani e rispettu a li travagghjaturi
14. Vendetta d’onuri
15. Parlato III
16. Incatenatu
17. Nta nu giardinu di rosi e sciuri
18. Tarantella di li tarantelli
19. E lu processu
20. Mi votu e mi rivotu
21. Ammazzaru lu Generali
22. Tarantella alla pizzicarola / Instrumental

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