Don't cha
Nach "Sway" aus dem Film "Darf Ich Bitten?", ihrem Gastauftritt bei den "3 Engeln für Charlie", dem Smash-Hit "Don’t Cha" und der allgemeinen Hysterie um die sechs Zuckerschnitten hätte man dem Album doch etwas mehr zugetraut.
Erst waren sie nur eine angesagte Cabaret-Show in L.A., dann rissen sich schon Stars wie Carmen Electra und Christina Aguilera um Gastauftritte bei den Sahneschnittchen, und nicht zuletzt durch ihren Auftritt in der heißen Striptease-Szene von "3 Engel für Charlie" war klar, dass wir von diesen Dolls noch einiges erwarten können. Kein Wunder, dass so manchem Kerl der Atem stockte, als sie dann langbeinig den Titeltrack zu "Darf ich bitten" mit Jennifer Lopez und Richard Gere gaben, bei dem ihre Sangeskünste erstmals deutlich wurden und ich muss wohl keinem mehr erklären dass "Don’t Cha" der Single-Überflieger dieses Jahres war, vom prächtig anzuschauenden Video gar nicht erst zu reden.
Umso neugieriger ist man entsprechend auf den Longplayer der tanzwütigen Goldkehlchen, die in Anbetracht ihrer Vorgeschichte und des neuerlichen Durchbruchs einen gewagten Spagat zwischen angesagtem HipHop/RnB und aufgebrühten Swing-Klassikern versuchen und irgendwie knapp daran vorbeischrammeln, bzw. sich dabei irgendwas böses zerren. Nicht genug, dass man "Tainted Love" im 1:1 Remix von Softcell nun nicht zwingend noch mal machen muss, auch "Feeling Good" ist durch Muse und aktuell Michael Bublé ein wenig überreizt. Aber gut, die Dolls waren offensichtlich unter Zeitdruck und haben einfach alles zusammengeklatscht was sich in Anbetracht der Hammer-Single auch als Album verkaufen lässt.
Meiner einer jedenfalls ist bereits bei der aktuellen Single "Stickwitu" (natürlich schwer weihnachtstauglich) ausgestiegen, einzig "Buttons" taugt noch für ein heisses Video mit vielen Bauchtanzeinlagen um später für Ekstase auf den Tanzflächen zu sorgen. Immerhin geschäftstüchtig sind die Miezekätzchen, es findet sich kaum ein Plätzchen auf der Audio-CD das nicht mit Hinweisen auf Ihre Webseite mit jeder Menge Merchandising gespickt ist. Eins haben wir also ein für alle mal gelernt: Sex sells, aber so was von!


