Furioses Comeback
Zehn Jahre nach Conversation Peace beehrt uns der Meister mit echter All-Star-Besetzung von Bonnie Raitt über Prince bis Paul McCartney und einem Album was sämtliche Erwartungen übertrifft.
So gefeiert Stevie Wonder alias Steveland Hardaway Judkins in den 80ern auch war, kaum jemand hätte gedacht dass der Rastakopf am Piano noch einmal solch funkige Töne anschlägt. Immerhin zwei Jahre hat er dann auch am aktuellen Album A Time To Love gebastelt und hierfür ein Gardemaß an Gastmusikern zusammengetrommelt die der musikalischen Liebeserklärung gefühlvolles Leben einhauchen.
Angefangen mit dem Ohrwurm-Opener „If Your Love Cannot Be Moved“ im Duett mit der Gospelsängerin Kim Burrell, besingt Stevie hierauf unseren Mangel an Eigenverantwortlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zivilcourage. Bei „Sweetest Somebody I Know“ dürfen wir uns über den duchdringenden Unterbrecher seines Sohnes Kailand Morris freuen, den rechten Blues bei „Tell Your Heart I Love You“ steuerte Bonnie Raitt an der Slide-Gitarre bei, im Titeltrack „A Time To Love“ spielt Sir Paul McCartney die elektrische Gitarre und Stevie duettiert mit Mitverfasserin India.Arie während die Dancefloortauglichkeit der Single „So What The Fuss“ den funky Gitarlicks von Prince und den sexy Vocals der Damenriege von En Vogue zu verdanken sind.
Dass bei diesem Namedropping entsprechende Qualität auf die insgesamt 15 Titel verteilt ist, versteht sich von selbst. Doch auch die weniger spektakulär „gefeaturten“ Tracks können sich hören lassen wie die wunderschöne Ballade „Moon Blue“, das pianolastige Dinnerjazz-Stück „How Will I Know“, welches mit der mittlerweile erwachsenenTochter Aisha Morris aufgenommen wurde, deren kindliches Gelächter wir noch aus „Isn’t She Lovely“ erinnern. Und auch der smoothe Swing auf „True Love“ hat das Potential ein tanzbares Liebeslied für die Ewigkeit zu werden.
Besonders aber die Diversität der einzelnen Titel mit ihren Jazz-, Funk, Blues, HipHop und Pop-Ansätzen macht das Album zu einem Erlebnis und bescheinigt seinem Schöpfer fast schon einen kleinen Zusatz zum eigentlichen Namen. Stevie Wonderful wäre jedenfalls nicht übertrieben.

