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CD Kritik vom 25.11.2005

The Darkness: One Way Ticket To Hell...And Back

The Darkness: One Way Ticket To Hell...And Back | CD Kritik
The Darkness
One Way Ticket To Hell...And Back

Hommage Die Zweite.

Nach dem furiosen Durchbruch mit dem 2003 erschienenen Permission To Land legen The Darkness jetzt noch einmal mit Falsett-Gesang, Anleihen aus dem Rocklexikon und engen Leggins nach. Das Ergebnis ist mit nur 35 Minuten Spielzeit knapp bemessen, aber einen guten Witz muss man auch nicht ausreizen.

Es gibt Kritiker die behaupten das erste The Darkness-Album sei mehr eine Art Parodie auf ehemalige Spandexhosen-Zeiten und die geläufige Rockgeschichte. Dem entsprechend wäre das aktuelle Werk der Gebrüder Justin und Dan Hawkins der Versuch ernst zu bleiben, sich als eigenständige Musiker zu etablieren und mit jeder Menge Spaß tatsächlich jede Menge Geld zu verdienen. Ich jedoch bin der Meinung, dass es The Darkness schon von Anfang an sehr ernst mit ihrer Musik war. Ich kann diese Theorie nicht belegen, aber ich glaube fest daran, dass sie zu Hause heimlich Queen und Led Zeppelin hören und auch privat enge Hose tragen. Sich im Video und bei Performances mit diesem selbst gewählten Lebensstil dann ein wenig auf die Schippe zu nehmen, war dem entsprechend dann auch nur der verzweifelte Versuch ihres Marketings die Chose nicht komplett in die Abgründe des Lächerlichen zu führen, denn qualitativ gute Musik machen sie ja, von ihrem Anti-Bezug auf das aktuelle Jahr 2006 einmal abgesehen.

Sei es aber wie es sei, ob Ernst oder Spaß, nun ist es also erschienen das One Way Ticket To Hell.. And Back, mit dem sie auf 10 Titeln erneut eine musikalische Opfergabe an den Gott des Glam-Rocks oder ihren Heimatplaneten darbringen. Stilsicher beginnt der Titeltrack und Opener des Albums daher auch mit einem exorbitanten Panflötensolo, hinterlegt mit feierlichen Chorälen, und bricht dann unvermittelt in einen schon AC/DC-tauglichen Beat mit entsprechendem Gitarrenriff auf. „Knockers“ hingegen basiert auf dem „Eye Of The Tiger“-Beat der sich langsam aber sicher auf einen schwer kreisch-verdächtigen Refrain hinarbeitet und es dort ordentlich krachen lässt. Mit „Is It Just Me“ folgt ein – man muss es leider sagen Füllsong – bevor sich auf „Dinner Lady Arms“ etwas mehr Hitpotential wg. Ohrwurmqualitäten abzeichnet. Richtig zur Sache geht’s jedoch erst nach den unscheinbaren Einleitungs-Akkorden von „Hazel Eyes“, der wohl wie kein anderer Songs die Seele von „The Darkness“ mit allen ihren Widersprüchlichkeiten offenbart.

Doch war man gerade in Stimmung geraten und lauscht dem vielversprechenden Intro von „Bald“ wird man nach etwas Möchtegern-Dramatik schnell enttäuscht und muss diesen Titel leider als belanglos abtun, was auch für das anschließende „Girlfriend“ gilt. Lediglich „English Country Garden“ und das letzte „Blind Man“ wissen auf One Way Ticket To Hell...And Back wirklich zu überzeugen, was der Euphorie des letzten Jahres einen gewissen Dämpfer versetzt. Dennoch, wer etwas übrig hat für schräge Töne und schräge Typen und ihre zeitlosen Hommagen an Queen und Co., der wird mit diesem Album bestens bedient sein. Alle anderen werden es – so wie ich – nach maximal zweimaligem Hören im Regal vergessen und es vielleicht mal in einer sehr humorigen Stunde herausholen. Oder hören dann doch lieber die Originale von Einst, es wird sich zeigen.

Playlist:

01. One way ticket
02. Knockers
03. Is it just me?
04. Dinner lady arms
05. Seemed like a good idea at the time
06. Hazel eyes
07. Bald
08. Girlfriend
09. English country garden
10. Blind man

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