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Gemixtes Revival
Alvarez ist einer dieser Namen, die einem irgendwie bekannt vorkommen und doch nicht das richtige Erinnerungsvermögen hervorbringen. Da muss man schon ein wenig in die Tiefe gehen, um herauszufinden, wer sich dahinter verbirgt. Und schnell stellt sich dann auch der gewisse ''Aha-Effekt'' ein. Denn ein Unbekannter ist er wahrlich nicht, eher ein Mann hinter den Reglern von Künstlern wie Heppner oder Witt.
Der Mann, der für dieses Werk mit dem seltsam anmutenden Namen verantwortlich ist, heißt José Alvarez-Brill. Er ist ein Mann des Hintergrundes und seit mehr als zwanzig Jahren musikalisch tätig. Er zählt zu den erfolgreichsten Produzenten dieses Landes inklusive Gold- und Platin-Auszeichnungen für Alben und Singles und einer Nominierung für den Echo Award 2004 als Bester Produzent. Wolfsheim und Witt zählen zu seinen ''Spielkameraden''.
''Zeitmaschine'' ist der Versuch, moderne Songs und Klassiker deutscher Elektropopgeschichte ''zu überarbeiten und mit der Lyrik der Jahrhundertwende musikalisch wie inhaltlich in neue Zusammenhänge zu bringen''. Es ist, wenn man so will, eine Retrospektive aus zwanzig Jahren Alvarez'schem Musikerleben. Sehr gut fügen sich Songs und Gedichte (gesprochen von Ben Becker) aneinander. Alvarez ließ sich in der Zusammenstellung seiner ''Zeitmaschine'' treiben, bis er auf jene Gedichte (u.a. von Nietzsche und Gottfried Benn) stieß, die zeigen sollen, dass ''die Gefühle und Ängste, die die Menschen bewegen, unabhängig der Zeitepoche, gleich sind.'' Liebe, Hass und Tod sind drei zentrale Elemente der ''Zeitmaschine''.
Bei aller Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt und gelungenen Umsetzungen, sind es nur wenige Songs, die zu glatt geschliffen und zu ''lala'' sind wie ''Liebe ist alles'' von Rosenstolz. Der Song will sich als einziger musikalisch nicht so recht in das restliche Kostüm einfügen. Man kann ihn getrost ''wegskippen''. Für Alvarez jedenfalls ''ergibt es alles Sinn. Man macht einen Schritt nach dem anderen und am Ende hat man ein Ergebnis, dass die Reise rechtfertigt, den Prozess erklärt und alles Kommende positiv beeinflusst.''
Playlist
01. Ben Becker: April 1915
02. Alphaville: Forever young
03. Bernstein: Das Meer und ich
04. Alvarez & Heppner: Vielleicht?
05. Ben Becker: Nekrassow’s Liebesgedicht
06. Rosenstolz: Liebe ist alles
07. Wolfsheim: A new starsystem
08. Deine Lakaien: Return
09. Ben Becker: Dem Schmerz sein Recht
10. Camouflage: Suspicious love
11. Ben Becker: Frau und Mann gehen durch die Krebsbaracke
12. De/Vision: Heart shaped Tumor
13. Ben Becker: Ecce Homo
14. Alvarez/Care Company: Dolphins
15. Ben Becker: Komm holder Schnee
16. Alvarez/Carlsson: Departures
17. Alvarez & Heppner: Vielleicht (Video)
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