
Pop intravenös
Ein optischer Blickfang, ein furioser Opener und die Abendsonne, die die kommende Nacht mit einem pinkroten Schal durchzieht: mehr braucht es nicht für einen dominierenden Herzschlag jenseits eines rasanten Lebens zwischen dem Morgen und endlosen Gedanken: ''Electrify your mind'' mit De/Vision, ihren Soundvisionen und das Leben als Vorbild.
''Subkutan'' geht tief und ist alles andere als zufällig, denn von lateinisch sub = unter und cutis = Haut bedeutet der Albumtitel schlicht und einfach ''unter der Haut'' oder ''unter die Haut verabreicht''. Das wird sich nicht nur in den eingängigen Sounds aus, sondern zeigt sich auch im durchgestylten Booklet-Design. Das Auge hört mit. So wirken die Tracks auf den ersten Hörblick hochgradig intravenös, vom Kopfhörer direkt in die Blutbahn für ein ganzheitliches Empfinden.
Mit ''Subkutan'' macht De/Vision, heute bestehend aus Steffen Keth und Thomas Adam, auch im 18. Bandjahr eine gute Figur. Alte Vergleiche mit Depeche Mode verblassen im Klangteppich zwischen scheppernden Kreativsynthis und voluminösen Melodien. Textlich jedoch verlieren sich De/Vision etwas in einem Dickicht der Belanglosigkeiten: ''Wo gehst du hin, wo kommst du her? Gibt es vielleicht noch mehr?''
Mit musikalischen Wegefährten wie Axel Henninger (Camouflage) oder José Alvarez-Brill (Wolfsheim) immer klare Ziele vor Augen, schöpfen De/Vision mit ''Subkutan'' wieder aus jenem Terrain, das sie in all den Jahren immer wieder zu verfeinern wussten. De/Vision waren sich für Veränderungen nie zu schade: immer auf der Suche nach dem Sound, der sich möglichst so nicht wiederholen sollte. ''Subkutan'' wirkt poppiger als so mancher Vorgänger, weniger experimentell, dafür eingängig und glasklar. Es ist dieses Gefühl der Sicherheit, des Getragenwerdens, der beruhigende Gedanke des unbeschwerten Zuhörens ohne Kompromisse. ''Subkutan'' ist Musik für das Innerste, für geistige Prozesse, die im Rausch der Elektronik wie von selbst entstehen.
1. Subtronic
2. The end
3. Star-crossed lovers
4. Addict
5. Obey your heart
6. No tomorrow
7. Still unknown
8. In dir
9. E-Shock
10. My own worst enemy
11. Not made of gold
12. Summer sun
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