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Perfekt im Februar
Es gibt Songwriter und Künstler deren neue Alben kann man vorbehaltlos einfach mal kaufen. Man wird nicht enttäuscht, allenfalls überrascht und natürlich gehört das ehemalige ''The Verve''-Mastermind Richart Ashcroft zu diesen seltenen Exemplaren der Gattung Künstler.
Es gibt zusammengefasst drei Arten von langanhaltend erfolgreichen Künstlern. Die einen entwickeln sich kontinuierlich weiter, trennen und reunieren sich vielleicht noch einmal oder werden irgendwann als lebende Legende abgestempelt. Andere bleiben ihrem Stil eher treu, allerdings so schematisch dass es irgendwann keiner mehr hören kann und will und sie ihren Lebensabend auf Kreuzfahrtschiffen entgegenschippern und wieder andere bleiben ihrem Stil treu und tun dies aber auf abwechslungsreiche und originelle Weise, eher mit einem kleinen Zitat als einer kompletten Wiederholung.
Zu eben jener dritten Art gehört Richard Ashcroft, der mit seinem mittlerweile dritten Solo-Werk weit davon entfernt ist den alten Zauber von The Verve kopieren zu wollen, der sich aber in seiner introvertierten Art des Songwritings sowie der Themenauswahl dennoch treu geblieben ist. Wie vielen bereits durch seine aktuelle Single ''Break The Night With Color'' aufgefallen sein durfte, hat Ashcroft etwas an der Struktur seiner Geschichten gearbeitet und führt dieses Experiment auch auf den restlichen neun Titeln erfolgreich weiter, besonders auf der meiner Meinung nach noch herzzereissenderen Ballade ''Cry Til The Morning'' oder dem nachdenklichen ''Words Get In The Way'' oder dem dramatischen Namensgeber ''Keys To The World''.
Doch auch härtere Töne werden angeschlagen, wie mit den schönen Schrammel-Gitarren auf ''Why Not Nothing'' oder im Text von ''Sweet Brother Malcolm''. Munter mittendrin finden sich dann überraschenderweise aber auch unbeschwerte und fast schon fröhliche Töne wie bei ''Music Is Power'', ''Simple Song'' oder dem abschließendem Ohrwurm ''World Keeps Turning'' so dass Ashcrofts neuester Coup wirklich abwechslungsreich ausfällt. Zusammenfassend also eigentlich genau das richtige Februar-Album. Die ersten Vorboten des Frühlings sind nicht zu übersehen, aber hier und da weht noch ein kalter Wind der uns ins Warme Innere unserer Seele treibt und dort einen Kakao mit uns trinkt, auf den Richard höchstpersönlich die Sahne sprüht. Was will man mehr?
Playlist
01. Why not nothing?
02. Music is power
03. Break the night with colour
04. Words just get in the way
05. Key to the world
06. Sweet brother Malcolm
07. Cry til the morning
08. Why do lovers?
09. Simple song
10. World keeps turning
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