Keine Eintagsfliege
Die Behauptung, das Jahr 2005 sei für die auf Barbados geborene Sängerin Rihanna ein besonders ereignisreiches und lehrreiches gewesen, grenzt an Untertreibung. Denn nicht nur hat die hübsche Sängerin mit dem hypnotischen ''Pon De Replay'' – dessen Bass gleichermaßen aus unzähligen Autos dröhnte und reihenweise Barbecues in Partys verwandelte – eine der beliebtesten Singles des vergangenen Jahres aufgenommen; auch ihre exotische Persönlichkeit wusste die Massen zu begeistern.
''So viele Dinge waren geschehen, dass ich manchmal den Eindruck habe, ich bin in nur einem Jahr um fünf Jahre gereift'', erklärte sie kürzlich. Bereits als Def Jam Records Rihannas Debütalbum Music of the Sun veröffentlichte, stand fest, dass sie mehr sein würde als ein weiteres, x-beliebiges One-Hit-Wonder. Mit einer Herangehensweise, die an Motown-Künstlerinnen aus den guten alten Soul-Heydays erinnert, hat Rihanna im Handumdrehen die ganze Welt bereist.
''Das Jahr 2005 hat mir gezeigt, wie wichtig Hingabe und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen sind, wenn man seine Träume verwirklichen will. Um fünf Uhr morgens aufstehen, sofort zur Probe, dann das Training, Hausaufgaben, Interviews, Video-Drehs, nie einen Tag frei – all das wirkte immer so glamourös, aber letztlich ist es doch harte Arbeit. Das habe ich gelernt. Meine Liebe zur Musik wird immer gleich stark bleiben – aber jenen Blick durch die rosarote Brille, den ich früher hatte, den habe ich inzwischen teilweise abgelegt.''
So hat sich Rihanna aus ihren harmonischen Höhenflügen direkt auf die Tanzfläche fallen lassen und kehrt mit einer Single zurück, die wiederum dafür sorgen wird, dass DJs allerorts angebettelt werden, den Song doch noch einmal zu spielen. Denn das von Jason Rotem produzierte, siedend heiße ''S.O.S.'' wird den diesjährigen Sommer schon im Frühjahr einläuten. Eine Mischung aus einem hypnotischen Beat und einer verführerischen Melodie, bedient sich ''S.O.S.'' bei dem Soft-Cell-Klassiker ''Tainted Love'', nur um auf diesem Elektro-Fundament eine Soul-Hymne entstehen zu lassen, die von der Liebe handelt.
Während der Aufnahmen, die zum neuen Album ''A Girl Like Me'' führten, brach Rihanna zudem kurzerhand nach Jamaika auf, um gemeinsam mit Sean Paul das Duett ''Break It Off'' einzusingen. ''Ich liebe Sean Pauls Musik'', erzählt Rihanna mit einem Lächeln auf den Lippen. ''Bevor wir gemeinsam ins Studio gingen, nahm er mich mit ins Bob Marley-Museum. Das war perfekt, um in die richtige Stimmung für die Aufnahmen zu kommen. Als wir schließlich am Mikrofon standen, hatte ich das Gefühl, dass Marleys Geist uns im Studio zur Seite stand.''
Die attraktive Sängerin untermauert mit ''A Girl Like Me'' ein weiteres Mal, dass ihr Debüt keinesfalls eine Eintagsfliege war. Nachdem sie schon mit ihrem Vorgängeralbum Music Of The Sun über eine Million Alben verkauft hat, wird Rihanna auch den kommenden Sommer dominieren.

