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CD Kritik vom 09.06.2006

She Wants Revenge: She Wants Revenge

She Wants Revenge: She Wants Revenge | CD Kritik
She Wants Revenge
She Wants Revenge

"Sick of trying to find a way inside..."

Flüsternd werden sich Gerüchte zugeraunt, es werden Zigaretten geraucht, Arme werden verschränkt und dann wieder nicht. Die Band betritt die Bühne. Eine Mischung aus Vorfreude und angespannter Erwartungshaltung macht sich breit, es ist still. Und dann fängt der Beat an - minimal, karg. Einzelne weiße Strahler erzeugen Schatten an der Wand und an der Decke. Minuten oder gar Stunden später, die Zeit spielt keine Rolle mehr, ändert sich das Kraut Rock Intro zu einem Vers und die Menge fängt sofort an mitzusingen: ''Sick of trying to find a way inside, sick and tired of all the after.''

Durchdringende, hysterische Schreie wandern vom hinteren der Ende der Menge zum Anfang, wo ungeheuer viele Mädchen sich in großer Erwartung in der ersten Reihe versammelt haben. Und genau jetzt passiert angesichts der düsteren Stimmung und der komplett in schwarzen Military Klamotten gekleideten Band eine eher eigenartige Sache: Jeder, wirklich jeder fängt an zu tanzen. Und auf einmal sind wir gerettet. Gerettet vor den Legionen eintöniger Retrobands, gerettet vor einer erneuten Nacht, wo wir zu cool sind um zu tanzen. She wants Revenge sind gekommen, um uns alle zu retten.

''Wir wollten einfach eine Platte machen, was die Mädchen zum Tanzen oder zum Weinen bewegt''. Sänger Justin Warfield trinkt eine Schluck Kaffee, lehnt sich zurück und lächelt. ''Nicht in einer manipulativen oder  bösartigen Art und Weise natürlich. Aber es ist nun mal die höchste Ehre, wenn die Leute zu deiner Musik sich aussuchen können, ob sie weinen, tanzen oder Sex haben wollen.'' DJ Adam 12 ergänzt: ''Wir sind beides Musikfans und wir haben ein Album gemacht, was wir selber hören wollten. Alles was du auf Platte oder live hörst, ist ehrlich, wirklich ehrlich. Und künstlerischer Output, der wahr ist, wird auch als solcher anerkannt. Die Leute, die Kids wissen, wenn sie angelogen werden, wenn irgendwas sich wie fabriziert und nicht wie gemacht anhört. Wir sind eben auch genau diese Kids.''

Playlist:

01. Red Flags And Long Nights
02. These Things
03. I Don't Want To Fall In Love
04. Out Of Control
05. Monologue
06. Broken Promises For Broken Hearts
07. Sister
08. Disconnect
09. Us
10. Someone Must Get Hurt
11. Tear You Apart
12. She Loves Me, She Loves Me Not
13. Spend The Night
14. Killing Time

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