Schwer einzuordnen
Northern Lite entsteht in den späten Neunzigern wie jede gute Band in der Provinz. Birmingham, Manchester oder Glasgow – in Deutschland heißt das Erfurt. Andreas Kubat und Sebastian Bohn schmeißen unterschiedliche musikalische Prägungen zusammen: Rock, Hip Hop, viel Elektrisches. Später addieren sie live gespielte Gitarren (Sascha Littek).
Das Label 1st Decade Records wird gegründet – Basis. Suchen und finden zwischen den Verlockungen der großen Labels und der Nähe zu den Fans. Die werden immer mehr und fordern immer energischer. Das Album ''Reach the Sun'' von 2004 gibt Northern Lite endgültig eine unverwechselbare musikalische Kontur: Um fassbar zu machen, was bei allen guten Dingen eigentlich gar nicht geht, erfinden die Jungs den Begriff Neopop, werden als Techno-Alternative-Independent-Rock'n'Wave und und und beschrieben.
Der neue Longplayer ''Unisex'' geht weiter. ''I don't remember. I don't wanna know.'' Wir wollen auch nicht wissen, nur hören. Kubat ist noch rockiger, rotziger. Zusammen mit dem klugen Soundbett Bohns und Litteks Riffs hört sich das unglaublich jung und zornig an. Und es gibt da diese Nummern, die man einfach immer wieder hören muss. Die Geschichte vom außerirdischen Mädchen (''Alien Girl''), die Sache mit der Zukunft, die gar nicht so schwer auszumachen ist (''Future aint hard to see on my LSD''). Songs, die überall funktionieren. Und die immer richtig sind.

