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Psychedelisch?
Die Suche nach einer adäquaten Kategorie für die vier jungen Musiker ist voll im Gange, und gemeint sind hier nicht nur die Journalisten, die im Laufe des letzten Jahres versucht haben, die aufblühende Popularität dieser Einzelgänger aus dem Norden Englands zu erklären und das mit immer abstruseren Schlussfolgerungen: Sie wurden als psychedelisch bezeichnet. Was einfach falsch ist. Ein anderer Stempel trug den Namen ''Indie-Dance''. Was aber nur die halbe Wahrheit ist.
The Sunshine Underground haben keine Lust darauf, an gewöhnlichen Orten und zu gewöhnlichen Zeiten zu spielen und bevorzugen Late-Night-Auftritte auf improvisierten Keller-Raves oder in seltsamen Küstenorten. ''Jeder ist bei uns willkommen, so lange man nur offen dafür ist,'' regt Stuart an, ''Lass Dich darauf ein und schwitze ordentlich. Das sind die einzigen Regeln.'' ''Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn wir auf unseren Auftritten Leute sehen, die auf Pillen sind,'' erzählt Craig, obwohl ihm die Vorstellung von seiner Band als eine drogige ''psychedelische Hippie-Band'' nicht gefällt. Drogen, das wissen auch The Sunshine Underground, sind gefährlich: Denn Drogen ermutigen Bands, mit diesen endlosen ''kosmischen'' Jams anzufangen: ''Auf der Bühne lassen wir das sein. Sie werden für die Party danach aufgehoben.'' Was nicht heißen soll, dass es auf dem Planet ''Sunshine'' einzig um Gehirnzellen-eliminierenden Eskapismus geht.
Sie haben sich nicht verändern lassen. Mittlerweile gehören Stylisten für ''Underground''-Bands ja quasi zum Equipment, und es ist ganz normal, sich mit 100 Pfund-teuren Haarschnitten sehen zu lassen, doch The Sunshine Underground interessiert dieses ganze oberflächliche Getue nicht. Sie sehen immer noch aus, als ob sie auf dem Weg zu einem Spiel sind und nicht zu Top Of The Pops. ''Wir sind ganz normale Jungs,'' sagt Stuart. ''Keine Frage. Wenn Leute den Drang haben, sich durch ihre Kleidung 'selbst auszudrücken' ist das ok, aber uns ist das völlig egal.''Ruhm an sich kümmert sie nicht. Sie haben kein Interesse daran, großmäuligen Mist der Rock-Presse zu erzählen oder in die Klatschblätter zu kommen. Sie möchten einfach hart daran arbeiten, dass zwischen ihnen und ihren Fans eine enge Verbundenheit entsteht. Laut Craig funktioniert das nach einem einfachen Mechanismus: ''Vier Jungs, die Songs schreiben, weil sie Lust dazu haben und sie anderen Leuten vorspielen, weil die sie hören wollen. Ich habe gar keine Lust, auf dem Cover des NME zu sein.''
The Sunshine Underground on Tour
20.09. Berlin – Pulp Mansion
13.10. Hamburg - Prinzenbar
14.10. Berlin - White Trash
15.10. Köln - Prime Club
16.10. München - Atomic Cafe
Playlist
01. Wake Up
02. Put You In Your Place
03. Dead Scene
04. The Way It Is
05. Comercial Breakdown
06. Somebody's Allways Getting In The Way
07. Borders
08. Panic Attack
09. I Ain't Losing Any Sleep
10. My Army
11. Raise The Alarm
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