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CD Kritik vom 01.09.2006

Jimi Tenor: ReComposed

Jimi Tenor: ReComposed | CD Kritik
Jimi Tenor
ReComposed

Mal was ganz anderes...

Den Auftakt der Reihe ''ReComposed'' der Deutschen Grammophon machte im vergangenen Jahr der Hamburger Musiker und Produzent Matthias Arfmann. Seine Neuinterpretationen rückten Werke von Smetana, Schubert, Wagner, Mendelssohn, Schumann und anderen in einen Dub-Kontext. Arfmanns Ansatz war ein popmusikalischer, es ging ihm um Funktionalität und Clubtauglichkeit. Nun hat sich Jimi Tenor, finnischer Funk-Exzentriker, musikalisches Chamäleon und Andi Warhol lookalike, aus dem enormen Katalog der Deutschen Grammophon bedient.

Es ist den Kuratoren der ''ReComposed''-Reihe hoch anzurechnen, einem so eigenwilligen Künstler die Neubearbeitung bahnbrechender Werke der neuen Klassik anzuvertrauen. Das zeugt von Offenheit, Mut und Neugier. Jimi Tenor ist jemand, der über eine unverwechselbare musikalische Handschrift verfügt, sich aber stilistisch nie festgelegt hat. Er kommt vom Industrial, ist im Funk ebenso zuhause wie im Dub, hat auf Kitty Yo schwergewichtigen Bigband-Soul veröffentlicht und mit Warp Records Furore gemacht.

Der unberechenbare Künstler und nimmermüde Sucher Jimi Tenor hat zur Neubearbeitung Werke von solchen Komponisten gewählt, die ihrerseits nach neuen Formen und Funktionen gesucht hatten. Da wäre zum Beispiel der Aussenseiter Edgar Varèse mit seinem Postulat des assoziationsfreien Hörens. Déserts, ein Skandalstück, das bei seiner Uraufführung, bei der Pierre Henri für die Tonband-Einspielungen zuständig war, einen Tumult auslöste, arbeitet mit Alltagsgeräuschen und verweist auf musique concrète. In Tenors Neuinterpretation wird daraus ein hochassoziatives, beklemmendes Hörspiel.

Jimi Tenor ReComposed Tracklist:

01. Steve Reich: Music for Mallet Instruments, Voices and Organ
02. Esa-Pekka Salonen: Wing on Wing
03. Pierre Boulez: Répons, Section
04. Erik Satie Vexations / Version 1
05. Edgard Varèse - Déserts
06. Nikolai Rimsky-Korsakov - Symphony No. 2 Op. 9 ''Antar'' / 1. Largo
07. Erik Satie: Vexations / Version 2
08. Steve Reich: Six Pianos
09. Pierre Boulez - Messagesquisse / Tres rapide
10. Edgard Varèse: Ionisation
11. Erik Satie: Vexations / Version 3
12. Georgi Sviridov: Choral Concerto without words in memory of Alexander Yurlov / No 3 Chorale

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