Liedermacher oder Pop-Poet?
Pascal Finkenauer, 1977 geboren in der Nähe von Mainz, Liedermacher, Poet und guter Kumpel der Jungs von Fettes Brot sieht sich in einem Dilemma, denn die Musik, die er macht, hat in Deutschland einen schweren Stand. Zuviel von dem, was er singt, klingt wie ein "Lied" und der Begriff "Liedermacher" ist bei uns nun mal eben politisch besetzt. Man kann Pascal Finkenauer aber nun wirklich keine extravagante politische Einstellung unterstellen. Insofern einigen wir uns lieber darauf, der er gute Popmusik macht.
Auch wenn Pascal Finkenauer selbst zu dem Begriff "Lied" steht, sieht er doch ein, dass er auch "Songs" macht: "Wie konnte es passieren, dass ein so simpler, schöner Begriff wie 'Lied' so negativ besetzt ist? Warum muss man also 'Song' sagen, wenn man doch 'Lied' meint?", fragt Finkenauer. Wie auch immer - Musik ist und bleibt Lied, Song, Track, Stück... man kann sich hier wohl die persönliche Lieblingsbezeichnung aussuchen.
Nehmen wir mal an, dass es um "Songs" handelt. Finkenauer versteht es auf seiner neuen Platte "Beste Welt" eindeutig, mit Stimmungen in seiner Musik zu spielen. So wechseln sich "dunkle" und "helle" Lieder ab und machen das Album zu einer abwechslungsreichen Alternative zum sonstigen Popmusik-Einheitsbrei. Pascal Finkenauer erfindet Melodien, die sich zum lauten Mitsingen ebenso eignen wie zum entspannten Mitsummen auf dem Sofa.
So findet sich auf "Beste Welt" unter dem melodiösen "Hand in Hand" ein nervöses Drum'n'Bass Schlagzeug, "Ratata - ich falle" und "Schöne neue Welt" schmücken sich mit Musik aus Lateinamerika, "Geschrien" kommt groß und gewaltig mit Streichern, während "Mittendrin" oder "Hab ich dir schon erzählt?" an den guten alten Punk der 1980er erinnern. Ein gelungenes Album, das man empfehlen kann...
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