Die Musik an sich ist gut
Deutschlands derzeit erfolgreichste Teenie-Band meldet sich zurück - mit ihren neuen Album auf jeden Fall, denn so ganz weg sind Bill, Tom, Gustav und Georg ja eigentlich nie so richtig. Mediale Omnipräsenz umschreibt den Zustand der Magdeburger Band eigentlich ganz gut und überall werden sie präsentiert, treten auf, geben Autogramme und sorgen bei weiblichen Fans für hysterische Anfälle, wie die Großeltern das noch von den Beatles und die Eltern vielleicht von Modern Talking kennen...
Aber auch bei Tokio Hotel geht es in erster Linie immer noch um die Musik. Und die ist auf dem neuen Album zugegeben recht gut gelungen. Es ist kein Meisterwerk, aber wenigstens guter Rock mit deutschen Texten. Ok, über die Texte kann man streiten und es ist halt so: Wenn man ein bestimmtes Alter überschritten hat, dann ist mit den Aussagen solcher Bands wie Tokio Hotel nicht mehr viel anzufangen. Trotzdem war jeder mal jung und kann sich hier und da vielleicht ein bisschen in das Gemüt aktueller Teenager hineinversetzen.
Man muss jedoch nachfragen: Will man das? Spielt keine Rolle. Fakt ist, dass Tokio Hotel eine richtige Band sind, die richtige Musik mit richtigen Texten machen. So gesehen kann man Bill und seinen Jungs auf jeden Fall nicht vorwerfen, dass es sich bei dem, was sie machen, um billiges Plastik handelt. Es handelt sich zwar um ein massentaugliches Produkt im Sinne der medialen Komplettvermarktung, aber es steckt etwas dahinter. Das sieht man vielleicht nicht sofort, ein bisschen später allerdings schon. Insofern lohnt sich die Platte allemal und wir möchten sie hier empfehlen.

