Ganz nett, aber kein Burner
Drum'n Bass in einer offenen und bühnentauglichen Art und Weise - das ist die Art von Musik, der sich die britische Band Kosheen verschrieben hat. In diesem Zusammenhang ist auch der Bandname an sich sehr interessant, denn er setzt sich aus den japanischen Worten für alt ("ko") und neu ("shin") zusammen. Da kann man was erwarten und spätestens seit der 2001er Single "Catch" sind Kosheen in der weltweiten Musikszene keine Unbekannten mehr.
Während der Drum'n Bass-Einfluss beim ersten Album "Resist" deutlich im Vordergrund stand, ging dieses Konzept aber schon beim zweiten Album nicht mehr so richtig auf und man ging mehr in die Richtung Rock und Pop. Beim neuen Kosheen-Longplayer "Damage" scheint man sich wieder ein bisschen mehr auf die Roots konzentriert zu haben, allerdings herrscht ein Querschnitt von leichten Drum'n Bass-Einflüssen, ruhigen Pop-Melodien und elektronischen Elementen vor. Besonders der Electro-Teil steht eher im Vordergrund, und auch der Rhythmus bewegt sich eher in gepflegten "4-on-the-Floor"-Macharten.
Nette Melodien haben Kosheen am Start, das muss man schon sagen. Der richtig große Wurf ist die Platte allerdings nicht, dafür fehlt zu oft das Aha-Erlebnis. Nett anzuhören auf jeden Fall, vor allem deshalb, weil es irgendwie in so gar nichts reinpasst, was zu Zeit angesagt oder modern ist. Insofern Punkt für Kosheen, weil sie sich trauen, richtig eigenständig zu sein und auf die Trends pfeifen. Ob das für eine erfolgreiche Platte reicht, sei mal dahingestellt. Das werden dann wohl die Verkaufszahlen zeigen.
Zu dem Album gibt es übrigens eine Flashcard - hier downloaden.

