Dann lieber Schmalz auf Brot
Am Freitag bringen Orange Blue ein neues Album auf den Markt. Orange Blue, bei dem Namen klingelt irgendwas in den Ohren, und man ist sich sicher, dass man schon mal irgendwas von denen gehört hat. Vielleicht weiß man auch noch, dass es etwas mit Schmalz, oder sagen wir Gefühl zu tun hatte. Aber der geneigte Hörer hat jetzt ja die Möglichkeit, dem Vergessen entgegenzuwirken, und sich das neuste Werk von Volkan Baydar und Vince Bahrdt zu Gemüte zu führen.
Vorab ein paar Zeilen zur Discographie der Jungs: mit "She´s got that Light" schaffte Orange Blue im Jahr 2000 ihren großen Durchbruch, und das dazugehörige Album erhielt sogar Platin Status. An diesem Erfolg konnte natürlich schwer angeknüpft werden, und "Songs of Liberty", geriet trotz "The sun in your face" schnell in Vergessenheit, genau wie die Band selber. Auch ein weiteres Album und zwei Best of Compilations konnten da nicht helfen. Also was tut der schlaue Künstler, der merkt, dass er auf dem absteigenden Ast ist: richtig, er wechselt das Management.
Entscheidungen wie diese wecken immer die Lust auf mehr, oder zumindest erwartet man irgendeine Veränderung. Im Falle von "Superstar" kann diese Lust aber leider nicht befriedigt werden. Dann lieber Schmalz auf Brot, als diese Form der seichten Unterhaltung. Zugegeben, die Scheibe ist ja gut gemeint, aber leider auch viel zuviel des Guten. Streicher, Akustik Gitarren, Gospel Chöre und natürlich darf zur Abrundung auch das gute alte Klavier nicht fehlen. Die perfekte Mischung, um Frauchen´s Herz dahin schmelzen zu lassen. Aber ist das wirklich neu? Man hat so ziemlich bei jedem Song das Gefühl, ihn schon einmal gehört zu haben. Dieter Bohlen wäre sicher stolz auf "Superstar", so der Titel des Albums. Parallelen zu einer gewissen Fernsehshow sind übrigens rein spekulativ.

