wie früher - aber anders
Die Rattles kommen mit altem Rock aber im neuen Gewand. Nicht falsch verstehen – die einst bekanntesten Beatmusiker Deutschlands sind nicht etwa in die Modebranche eingestiegen, sondern haben ein neues Album auf den Markt gebracht. Der Titel der CD ist kurz und treffend: "Say Yeah!"
Man spürt schon einen Hauch von Nostalgie, wenn man sich die von klassischen Gitarrenriffs und typischer Basslinie geprägten Songs anhört. Selbst, wer zu jung ist, um in den 60ern live dabei gewesen zu sein, wird von "Say Yeah" unweigerlich in den alten Star Club hinein geschmissen. Plötzlich glaubt man Pomade und Schweinslederjacken zu riechen, Zigarettenqualm steigt einem in die Nase. Die ersten Töne von "Baby Baby" werden angespielt. Am Bühnenrand steht Mick Jagger und prostet einem zugegeben etwas jünger als heute wirkenden Achim Reichel zu. Sein alter Bühnenkollege John Lennon hätte zu Songs wie "Broken Heart For Sale" sicher rhythmisch mit dem Stiefel gewippt. Keine Frage, die Rattles haben einfach Kultfaktor.
Auch wenn der Frontsänger auf dieser Platte fehlt, kann der Stil der Rattles noch eindeutig herausgehört werden. Das mag auch an Dicky Tarrach und Herbert Hildebrandt liegen, die schon zur Urbesetzung der Combo gehören und maßgeblich am neuen alten Sound der Platte beteiligt waren. "Die Instrumente stammen zwar aus der Beat-Ära, aber wir wollten nicht einen Abklatsch unseres alten Beat-Sounds, sondern das alte Feeling in die moderne Zeit und in einen modernen Sound übertragen." Sagt Dicky Tarrach selbst zu "Say Yeah" und bringt es damit so ziemlich auf den Punkt. Die Hamburger geben sich sichtlich Mühe, nicht zu sehr in alte Muster zu verfallen und vermischen alte Songs mit neuen Stilmitteln ohne zu sehr zu verschnörkeln. Für Fans der Guten Alten Zeit ist das neue Album der Rattles ein lohnenswerter Kauf.

