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CD Kritik vom 13.4.2007

Nine Inch Nails: Year Zero

Nine Inch Nails: Year Zero | CD Kritik
Nine Inch Nails
Year Zero

Nicht leicht anzuhören

Nine Inch Nails gibt es seit 1988. Damals wollte Trent Reznor in Cleveland, Ohio eigentlich ein Musikprojekt gründen, um sich und seine musikalischen Vorlieben auszuleben. Das hat er auch gemacht und zieht das Projekt bis heute strikt durch. Projekt deswegen, weil Nine Inch Nails immer nur live als Band rüberkommen. Im Studio macht Reznor alles selbst - hier braucht er nur Assistenten und Tontechniker. Dank der Natur der Sache klappt das live aber eben nur mit echten Mitmusikern, nicht aber bei der Aufnahme eines neuen Albums. Die Medien hatten das lange nicht kapiert, in den letzten Jahren setzte sich allerdings der Slogan "Nine Inch Nails is Trent Reznor" immer mehr durch.

Seit Mitte April steht das neue Nine Inch Nails-Album mit dem Titel "Year Zero" in den Plattenläden. Den Projektcharakter hört man sehr deutlich, denn Trent Reznor hat ganz offensichtlich keinen roten Faden vorgegeben, den man folglich weder hört noch irgendwie anders finden kann. Einzig Reznors Stimme ist eine kontinuierliche Variable. Abgesehen davon klingt kein Track wie der andere. Ob das gut ist? Da kann man geteilter Meinung sein, denn irgendwie kommt die Platte eher wie ein Sammelsurium daher, bei dem man sich nicht richtig einhören kann, weil sich alles immer wieder ändert.

Das könnte man auch als großen Geniestreich betrachten, aber dafür ist die Platte von Nine Inch Nails einfach zu speziell. Sicher ist, dass der Massengeschmack nicht bedient wird. Das war wohl auch gar nicht die Intention von Reznor, aber ein bisschen pflegeleichter hätte er "Year Zero" schon machen können. So bleibt nicht viel vom Genie, außer vielleicht für die eingefleischten Fans. Man sollte die Platte nicht als langweilig bezeichnen, aber so richtig vom Hocker reißt sie auch nicht. Im Rahmen der aktuellen Musiklandschaft auf jeden Fall außergewöhnlich, aber doch einfach zu schwer anzuhören. Deshalb keine Empfehlung.

Playlist:

1. Hyperpower!
2. Beginning of the End
3. Survivalism
4. Good Soldier
5. Vessel
6. Me, I'm Not
7. Capital G
8. My Violent Heart
9. Warning
10. God Given
11. Meet Your Master
12. Greater Good
13. Great Destroyer
14. Another Version of the Truth
15. In This Twilight
16. Zero-Sum

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