
Beachtliches Solo
Tracey Thorn? Moment, wer war das noch? Genau: es ist die Stimme von "Everything but the girl" (Missing).
Jetzt, fünf Jahre nach dem letzten Studialbum der Band und nach einem Rückzug ins Privatleben (sie ist mittlerweile Mutter von drei Kindern) traut sich Tracey Thorn wieder musikalisch einen eigenen Weg einzuschlagen, mit neuen Ideen und einem Sound, der so unbekannt nicht ist, aber dennoch viele Überraschung birgt.
Individualität ist einer der Begriffe, die das Album "Out of the woods" treffend beschreiben. Es ist aber nicht nicht so ganz ihr Debutalbum. 1982, noch bevor es mit Everything but the gir so richtig losging, veröffentlichte sie ein Minialbum mit dem Titel "A distant shore".
Auf ihrem aktuellen Longplayer startet Tracey Thorn nun mit einem Song, dessen Strickmuster sonst eher ein Album beendet: ganz soft in stimmlicher Eleganz, mit Orchester und Melancholie. Eine gewisse Provokation darf man ihr ruhig vorwerfen. Aber im positive Sinne versteht sich. Sie setzt da an, wo so mancher vermeintlicher Künstler, verblasst in fertiger Musikkonserve, nicht mehr mitkommt, nämlich in der Erarbeitung eines Gesamtpakets aus Songwriting, detailverliebter Instrumentalisierung, abwechslungsreicher Songdramaturgie und schöner Homepage.
Dennoch: Tracey Thorns Steckenpferd ist und bleibt die elektronische Musik mit einprägsamen Melodien. Das kommt auch auf ihrem aktuellen Album zum Tragen. Aufgenommen in London, Nottingham, Berlin und New York und mit Dankesworten an Leute wie Neil Tennant von den Pet shop boys und Tiefschwarz präsentiert sie mit "Out of the woods" alles andere als holzige Klänge, sondern durchdachtes, wenn auch leichtes Songwriting.
1. Here it comes again
2. A-Z
3. It's all true
4. Get around to it
5. Hands up to the ceiling
6. Easy
7. Falling off a log
8. Nowhere near
9. Grand canyon
10. By Picadilly station I sat down and wept
11. Close the roof
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