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CD Kritik vom 1.6.2007

RoySeven: The Art Of Insincerity

RoySeven: The Art Of Insincerity | CD Kritik
RoySeven
The Art Of Insincerity

Leiden mit Anspruch

Roy wer? Zugegeben, RoySeven sind bei uns noch eher unbekannt. Aber in Irland füllen die sechs Musiker ganze Hallen. Jetzt versuchen sich die Jungs auch bei uns und haben dafür selbstverständlich ihr neues Album im Gepäck. "The Art Of Insincerity" heißt das gute Stück und macht rein optisch schon einmal Lust auf mehr. Also aufgeklappt, eingelegt und los geht´s. Das Gute an Newcomern ist, man hat im Grunde keine Erwartungen. Dafür sucht man im Gegenzug aber auch immer nach dem Besonderen, und man zieht Vergleiche. RoySeven erinnern ein wenig an Keane, Snow Patrol oder auch an die frühen Stücke von Coldplay.

Das ist bei melancholischer Indie-Mucke aber gern mal der erste Griff, und von RoySeven sicher nicht beabsichtigt. Stimmlich passt es allerdings schon, und auch die Lyrics lassen sich am ehesten in diese Ecke schieben. Ihr Stil ist geprägt von melodischer Sensibilität und Tiefsinnigkeit. Das erkannte auch Reammon, der seine Landsmänner sofort mit auf Tour nahm, um sie hierzulande mal ein wenig zu hypen. Da schließen wir uns einfach mal an, denn wer auf melancholische Alternative-Bands steht, sollte sich RoySeven merken. Frontmann Paul Walsh weiss, worüber er singt, denn in erster Linie singt er auf dem Album um selbst Erlebtes und Erspürtes. Der Wahl-Berliner leidet in seinen Songs dementsprechend schamlos, und verleiht ihnen mit inszenierter Kopfstimme die nötige Zerbrechlichkeit. Genau das Richtige, wenn einen der Liebeskummer plagt, und man gerade keinen treuäugigen Hund an der Seite hat.

Der eigensinnige Bandname entstand übrigens aus der Not heraus. Aufgrund einer veränderten Bandkonstellation musste ein neuer Name her. Walsh erklärt, wie er gefunden wurde: " Roy ist der älteste Titel im Set und alle verbinden mit diesem etwas Besonderes. Dann hörten wir zufällig ein David Bowie Interview, in dem er erzählte, dass ein Song niemals komplett ist, bis eine Person ihn hört - deshalb RoySeven. Wir sind sechs in der Band plus einen Zuhörer. Aber sind wir doch mal ehrlich - RoySix hört sich doch sowieso scheiße an!" Im Gegensatz zu ihrer Musik - also kaufen das Teil, und Taschentücher nicht vergessen.

Playlist:

1. Older
2. Happy Ever Afters
3. Crash
4. Roy
5. Aberdeen
6. February
7. I'm Revived
8. I Laughed Alone
9. In Your Bedroom
10. Revenge In Blue
11. Send Me To Hell

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