Fortschritt in Rot
Tot geglaubte leben länger. Die Farbe "Rot" passt da ganz gut. Sie fällt auf, wie Sabrina Setlur. Vier Jahre nach dem eher verhaltenen Vorgängeralbum "Sabs" und viel Stille um die erfolgreichste Rapperin Deutschlands (zugegeben: So viele gibt es da ja auch nicht) ist sie mit neuem Elan wieder zurück.
"Dieses Mal" hat sie es besonders gut gemeint. Sie überrascht mit ausgefeiltem, kreativem Sound mehr denn je. Die Wartezeit hat sich wahrlich gelohnt. Sabrina Setlur bleibt sich treu, aber nicht stehen. Ihre Weiterentwicklung mit großen Sprüngen ist hörbar, trotz ihres immer noch so verheißungsvollen wie provokanten Vokabulars. Elektronische Spielereien, die nicht nerven, soulige Hooks, tanzbare Elemente: Mit 3P und Pelham im Schlepptau hat sie Maximales herausgeholt und sich viele Gedanken gemacht, was sich nicht nur in ihren Texten niederschlägt.
Das komplette Erscheinungsbild ist aufeinander abgestimmt: ein Gesamtkunstwerk mit Namen "Rot". Eine intelligente und interaktive Homepage, auf der man mit frechen Raps und einer Webcam Teil des Konzeptes werden kann, auf "rot" angepasste Songtitel: "Alles wird rot", meint auch Sabrina Setlur selbst in ihrem Webauftritt.
Mit Victoria Beckham-Frisur, was aber wirklich Zufall sein soll, weil sie die Frisur schon ein paar Jahre so trägt, wie Sabrina Setlur in einem Interview bekannt gab, präsentiert sich die Rapperin offensiv und möchte mit "Rot" natürlich eins: Auffallen und herausstechen aus dem Rap-Allerlei, der momentan in Deutschland vorherrscht, so ist es zumindest in einer ersten Info auf ihrer neuen Webseite zu lesen. "Rot" kann sich sehen und hören lassen. "Zweifellos": "Der rote Raum" "fühlt sich gut an" - "I think I like it".

