Perfekte Songs, perfektes Album
Es streichelt die Ohren, es beruhigt die Seele, es ist das Ergebnis gut durchdachter Arbeit: das neue Album von Annie Lennox "Songs of Mass Destruction". Annie Lennox ist weitab vom üblichen Popbusiness mit Schlagzeilen und Medienpräsenz. Plötzlich ist sie wieder da und präsentiert ein neues Meisterwerk. Ihre Songs sind dabei wesentlich gefühlvoller als der Titel des Albums vermuten lässt.
Vier Jahre liegt das vergangene Album der Eurythmics-Legende zurück. "Songs of Mass Destruction" ist das vierte Solowerk der Künstlerin, der man ihre 52 Jahre nicht anmerkt. Das Album ist tiefgründiger, als es im ersten Durchgang erscheint. So ist beispielsweise der Song "Sing" eine Komposition der südafrikanischen TAC-Aktivisten-Gruppe "The Generics” zum Thema HIV/Aids. Hierfür trommelte Annie Lennox einen All-Star-Chor der 23 besten Sängerinnen wie Madonna, Joss Stone, Dido, Shakira, Fergie, Pink und die Sugababes zusammen.
Nach eigenen Angaben gibt sich Lennox authentischer, rauer und emotionaler als zuvor. Auf "Songs of Mass Destruction" spielt sie mit Polaritäten. Neben dem aufrüttelndem "Sing" könnte beispielsweise der clubtaugliche "Coloured bedspread" einem Eurythmics-Album entnommen sein. Emotionaler kann ein Album kaum sein. Lennox: "Wenn ich mich umschaue, sehe eine Welt, in der Wahnsinn herrscht, eine Welt voller Gewalt und Aggression. Als Frau und Mutter ist es eine erschütternde Aussicht, damit klar kommen zu müssen... Diese Songs sind meine Methode, Gefühle zu kanalisieren und den Schmerz loszuwerden. Ich möchte, dass die Menschen sich davon angesprochen fühlen. Ich möchte, dass sie spüren: ‚Oh mein Gott, sie singt über MEIN Leben'." Annie Lennox enttäuscht mit keiner Silbe, mit keinem Ton.

