
Keine Innovation
"Call the police, the things are getting ugly", das klingt nicht sehr positiv - auch nicht unbedingt das, was sich musikalisch auf dem Erstling der Birminghamer "The enemy" befindet. "Britpop" im weitesten Sinne. Oasis könnten ins Schwitzen kommen. Der Vorname eines der Bandmitglieder könnte da ein gutes Omen sein: Liam. Absolut britisch also, selbst die Frisuren: Pilzköpfe wie die jungen Beatles. "We'll live and die in these towns" trumpft mit energischen Gitarren, punkigen Rhythmen, aber auch melancholischen Großstadtbeats. Punk-Vorbilder könnten "The Clash" gewesen sein. Aber auch Bläser kommen zum Einsatz.
"The Enemy" klingen zwar viel versprechend, aber es scheint auch, als hätte man den ein oder anderen Song im Alternative-Sumpf so oder ähnlich schon mal gehört. Ihr Pluspunkt aber ist die Vielseitigkeit, mit der sie sich zwischen Britpop und Punk bewegen. Erste Lorbeeren gibt es derzeit schon in Form einer Chartplatzierung. Mit ihrer zweiten Single "Away from here" sind sie auf Platz 8 in England eingestiegen. Ein beachtliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Band sich aus reiner Langeweile gründete, weil in Coventry, ihrem Wohnort, nicht gerade ein Kulturoverkill vorherrscht. Und hier schließt sich der Kreis: mit dem frei übersetzten "Es wird immer schlimmer. Ruft die Polizei" spiegeln The Enemy einfach nur das wider, was ihnen tagtäglich widerfährt. Die Konsequenz: die Musik wird dadurch nicht zwangsläufig besser.
Gitarrist und Sänger Tom Clarke: "Entweder du hängst im Pub ab oder du gründest eine Band, die sich von allen anderen irgendwie unterscheidet." Die Beschäftigungstherapie hat Früchte getragen, auch wenn man trotz der Aussage Clarkes keine Innovation zu erwarten hat.
1. Aggro
2. Away from here
3. Pressure
4. Had enough
5. We'll live and die in these towns
6. You're not alone
7. It's not oK
8. Technodanceaphobic
9. 40 days and 40 nights
10. This song
11. Happy birthday Jane
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