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CD Kritik vom 12.10.2007

Cinema Bizarre: Final Attraction

Cinema Bizarre: Final Attraction | CD Kritik
Cinema Bizarre
Final Attraction

Friseur-Lehrlinge erklären New Wave

Für alle, die Cinema Bizarre noch nicht kennen: Die 5 Jungs aus Berlin gelten als die Newcomer der  deutschen Musikszene und sind für Experten bereits mögliche Anwärter für den Echo. Zumindest wenn man den Kritikern Glauben schenkt, kommt auf die selbst ernannten Glamrocker was ganz Großes zu. Jetzt  präsentieren sie uns aber zunächst einmal ihr erstes Album, passend betitelt mit "Final Attraction". Rein optisch wirken die Mitglieder dieser zugegeben recht andersartigen Band mehr wie Friseurlehrlinge. Das typische Boyband-Outfit ist das wohl nicht. Aber das scheint ja inzwischen auch wirklich keiner mehr sehen zu wollen. Auch die Künstlernamen, die sich die Jungs gegeben haben, fallen aus der Art. Strify (Leadsänger), Yu (Gitarre), Kiro (Bass) und Luminor (Gesang, Keyboard) haben bereits ihre erste Single am Start. Lovesongs (They Kill Me) ist wie der Rest des Albums ein Beweis dafür, dass auch dunkle Musik, solange sie gut gemacht ist, steil nach vorn geht.

Offiziell wird der Musikstil von Cinema Bizarre als PopRockNewWaveRomantic und Elektro eingestuft. Das können wir so stehen lassen, würden aber noch eines hinzufügen: Das Entscheidende bei dieser Band ist, dass es eine Boy Band in dieser Stilrichtung in Deutschland noch nicht gegeben hat. Final Attraction ist eine jugendgerechte Mischung aus Rock und Romantik. Die Songs erinnern an frühe Stücke von Sisters of Mercy oder auch Depeche Mode. Dazu kommt natürlich noch der gehörige E-Gitarren-Wumms, ohne den Tokio Hotel heute schließlich auch noch auf Magdeburger Volksfesten spielen würden. Vielleicht könnte man auch Vergleiche zu Muse ziehen, aber dafür ist die allgemeine Stimmung in den Songs eben doch eine Spur zu Gothic-lastig. Dennoch: Der Glamfaktor trifft, und vielleicht passt dann am ehesten so etwas wie "Glothic" - aber das wäre den coolen Boys sicher zu albern.

Fans von Tokio Hotel, die aber auch Depeche Mode ganz gut finden, dürften in Cinema Bizarre ihre Helden gefunden haben. Überhaupt muss man kein großer Depeche Fan sein, um absichtliche Parallelen in vielen der Songs zu erkennen. Sogar Samples von Enjoy the Silence wurden verwendet, und andere Passagen erinnern stark an Personal Jesus. Trotzdem bleibt es dabei, dass sich Cinema Bizarre in keine eindeutige Sparte pressen lassen, und sicher ist genau das ihr Konzept. Offiziell heißt das, was sie da machen übrigens I-Pop - so will es zumindest die Plattenfirma. Was das genau bedeutet, werden wir vielleicht bei der nächsten Echo-Verleihung erfahren.

Playlist:

1. Lovesongs (They Kill Me) 
2. How Does It Feel 
3. Silent Scream 
4. Get Off 
5. Forever Or Never 
6. Escape To The Stars 
7. After The Rain 
8. She Waints For Me 
9. I Don't Believe 
10. The Way We Are 
11. Dysfunctional Family 
12. Heavensent 
13. Angel In Diguise 
14. The Silent Place

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