So wie sie ist
Das letzte Album liegt vier Jahre zurück. Da freut man sich natürlich gerne auf ein Wiederhören mit der smarten Alicia Keys, deren Debütsingle "Fallin'" noch gut im Ohr liegt. Aber schon mit dem Vorgänger zeigte sie, dass sie noch mehr drauf hat. Soul im besten Sinne. Und jetzt ist ihr drittes Werk "As I Am" erschienen. Klingt sehr authentisch. Und ist es auch. An allen dreizehn Songs war die mittlerweile 27-Jährige als Produzentin und Songwriterin beteiligt. Das ist zu hören.
Alicia Keys klingt erst einmal wie gewohnt, dann auch in Richtung großer Soullegenden und dann wieder ganz unschuldig zart. Und das Piano ist immer dabei. "As I Am" klingt roher als seine Vorgänger. Manchmal sind es nur die Schwarzweiß-Tasten und ihre Stimme, die diese Gänsehaut bringen, die einen so verrückt machen. Und eigentlich hört es sich an, wie Keys es selbst beschreibt: "Janis Joplin meets Aretha Franklin". Und das ist wahrlich nicht zu hoch gegriffen.
Es ist ein durch und durch "rundes "Werk geworden, für das sie sich trotzdem große Namen ins Boot geholt hat wie Produzentin Linda Perry (P!ink, Christina Aguilera) oder auch Swizz Beatz (Jay-Z). Die erste Single aus dem aktuellen Album, "No one", hat genau den Ohrwurmcharakter, den es braucht, um sich die Finger nach dem Album zu lecken und es in seinen Ohren zergehen zu lassen. Man kann Alicia Keys wirklich nichts vorwerfen, bis auf die Tatsache, dass sie versucht hat, ein klasse Album zu machen. Und es ihr gelungen ist. Denn an "As I Am" kommt man einfach nicht vorbei, vorausgesetzt natürlich, man hat eine Schwäche für schöne Melodien und handgemachtem Soul, unter anderem als CD+DVD mit einem Super Bonusmaterial: Aufnahmen der Live-DVD, die erst im nächsten Jahr erscheint. Und Liebhaber leicht kratzender Atmosphäre können auch auf eine Vinylausgabe hoffen.

