
Einarmige Banditen
Wenn der Anfang passt, kann meist kaum noch was schief gehen. "Sawdust", das neue Album der Killers, startet mit einer gekonnten Polarität. Der Song "Tranquilize" (bei dem die Amerikaner Lou Reed gesangstechnisch dazu geholt haben) wirkt entgegen seiner Bestimmung als Arznei alles andere als beruhigend und angstlösend. Es folgt "Shadowplay", was das, was man zuvor weitergesponnen hat, wieder über den Haufen wirft. Genau diese Widersprüche machen "Sawdust" eigentlich hörenswert.
Auch mit den anderen Songs auf "Sawdust" greifen "The Killers" jede Menge von dem auf, was Emotionen überkochen lassen. Sie stürzen sich in eine betörende Apocalypse, um sich mit zunehmender Spielzeit in der Unendlichkeit zu verlieren und sogar ruhige Töne einzuschlagen. Selbst vor Kenny Rogers Countryklassiker "Ruby, don't take you love to town" schrecken sie nicht zurück. Auch "Romeo und Juli", das man eigentlich von den Dire Straits kennt, befindet sich auf "Sawdust".
Laut eigener Aussage sind die Killers, deren Heimatstadt Las Vegas ist, von Bands wie Queen, U2 und Depeche Mode beeinflusst. Beim Hören des dritten Albums "Sawdust" kommt man aber am ehesten auf den Queen-Vergleich. Vielseitig sind sie. Auch ihre Spannungsbögen haben sie gut gewählt, doch kommen sie mit "Sawdust" dennoch nicht so ganz an ihren Vorgänger "Sams' Town" heran, für den sie unter anderem den Brit Award für das "beste internationale Album" einheimsten. Bleibt also abzuwarten, wie sie sich mit diesem Album schlagen werden.
1. Tranquilize
2. Shadowplay
3. All The Pretty Faces
4. Leave The Bourbon On The Shelf
5. Sweet Talk
6. Under The Gun
7. Where The White Boys Dance
8. Show You How
9. Move Away
10. Glamorous Indie Rock and Roll
11. Who Let You Go?
12. The Ballad of Michael Valentine
13. Ruby, Don't Take Your Love To Town
14. Daddy's Eyes
15. Sam's Town (Abbey Road Version)
16. Romeo and Juliet
17. Mr. Brightside (Jacques Lu Cont's Thin White Duke Remix)
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