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Roger Cicero: Männersachen live
DVD Kritik vom 23.3.2007 ![]()
Swingbarde auf DVD
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Zum Thema Roger Cicero gibt es meist nur zwei Meinungen – entweder man hasst, oder man liebt ihn. Die letztgenannte Kategorie wird es auch eher sein, die sich die Live DVD des Swingbarden aneignet. Oft geschieht so etwas ja, nachdem man ein Konzert des entsprechenden Künstlers gesehen, und für gut befunden hat. Aber auch für diejenigen, die für den Sänger mit Hut bislang nichts am Selbigen hatten, lohnt sich der Kauf von "Männersachen live".
Hierbei gibt es allerdings Spielregeln, die unbedingt beachtet werden müssen. Die erste Regel: Man sollte jegliche Meinung, die man von Roger Cicero hatte, für einen Moment beiseite legen und absolut unvoreingenommen an die Sache heran gehen. Regel Nummer zwei: Die DVD sollte möglichst nebenbei geschaut werden. Vielleicht beim Schneiden von Gemüse, beim Bügeln oder einer anderen häuslichen Tätigkeit, die keiner besonderen Konzentration bedarf. Und die letzte, aber vielleicht wichtigste Regel: Man sollte in jedem Fall zuerst das Bonusmaterial anschauen, bevor es zum Konzert geht.
Hier erkennt man nämlich, dass Roger Cicero eben kein Mitschwimmer irgendeiner imaginären Swing-Welle ist, sondern ein ernstzunehmender Musiker, der dem Publikum seinen eigenen Stil bereits seit vielen Jahren näher zu bringen versuchte. Erst 2006 kam der große Durchbruch mit "Zieh die Schuh aus" – der berühmte Glücksgriff für Cicero und seine 11-köpfige Big Band, mit der heute noch äußerst erfolgreich durch ganz Deutschland tourt. Fast immer steht er vor ausverkauften Reihen und dreifache Zugaben sind keine Seltenheit. Im Interview erzählt Cicero von seinen Anfängen im Showgeschäft. Der Sohn eines berühmten Jazz Pianisten stand mit 11 zum ersten Mal auf der Bühne und hatte bereits mit 16 Jahren seinen ersten Fernsehauftritt. Von 1991 bis 1996 studierte er Jazzgesang an der Amsterdamer Hochschule der Künste.
Mit diesem Hintergrundwissen kann sich der Käufer der DVD nun dem eigentlichen Konzert widmen. Dieses Vorwissen ist deshalb so wichtig, weil Cicero im Verlauf des Abends ein wenig bieder daherkommt. Man wird einfach das Gefühl nicht los, dass neben seinem Hut auch sein komplettes Verhalten bloß aufgesetzt wirkt. Quasi Abendunterhaltung fürs klassische ZDF-Publikum. Müde, vorhersehbare Gags aus der Konserve, Entertainer-Gesten, die so gewollt daherkommen, dass Frank Sinatra sich im Grabe umdrehen würde. Aber der vorgewarnte Zuschauer schaut sich das Konzert ja nur nebenbei an, und kann darüber also gepflegt hinwegsehen. Wichtig ist schließlich in erster Linie die Musik. Und singen kann er, der Herr Cicero. Auch die Big Band spielt mit einer Leichtigkeit, dass der Fuß ganz automatisch anfängt zu wippen. Wer braucht bei solch musikalischen Qualitäten schon gute Texte? Die Lichtshow ist ebenfalls sehr ordentlich und unterstützt die Musik mit entsprechenden Effekten – mal sparsam, mal pompös. Fazit: "Männersachen Live" kommt vom Niveau der Show zwar nur knapp am ZDF Fernsehgarten vorbei, musikalisch liegt Roger Cicero mit seiner Band aber sicher im oberen Bereich der ernst zu nehmenden Künstler.
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