Reichlich schief mit Ecken und Kanten
Hot Hot Heat aus Kanada sind ein schönes Beispiel dafür, dass Musik abseits des Mainstreams und der aalglatten Casting-Shows funktionieren kann - selbst wenn Teile der Band unmusikalisch wirken oder klingen. So ein Fall ist "Bandages" vom 2003-Album "Make Up The Breakdown". Ganz ernsthaft - man muss schon ein echter Fan oder zumindest Anhänger irgendeiner Avantgarde-Bewegung zu sein, um den Gesang von Frontmann Steve Bays dauerhaft ertragen zu können.
Hot Hot Heat singen sich hier teilweise so dermaßen schief durch ihre eigene Single, dass man an manchen Stellen fast schon reflexartig die Lautstärke verringern will. Rein musikalisch gesehen lässt sich das Quartett nichts zu Schulden kommen. Und auch das will gesagt sein: Es gibt natürlich auch ganz andere Songs der Kanadier, das verspricht Hoffnung auf "grade Töne".
Aber wie gesagt, Ecken und Kanten sind manchmal wünschenswert. Bei Hot Hot Heat und ihrem "Bandage" gibt es davon jede Menge. Ansonsten netter Indie-Rock mit Pop-Attitüden. Kann man hören. Interessant zu wissen ist übrigens, dass Hot Hot Heat mit dieser Single 2003 den 25. Platz in den Charts schafften. Respekt! Oder sollte man lieber Mitleid mit den Ohren der Briten haben?

