Klassik und Metal mal anders
Der Hammer! Was geht eigentlich hier ab? Verdammt, schon die letzten beiden eigenen Stücke mit Sandra Nasic bzw. Matze Sayer am Gesang waren unglaublich, aber was es auf Reflections zu hören gibt, stellt alles andere in den Schatten. Inzwischen dürfte die Bezeichnung "Die Band die Metal-Songs auf Celli nachspielt" eine der größten Beleidigungen sein. Das traf bestimmt mal zu, aber mit ihrem neuen Album ziehen Apocalyptica, mittlerweile nur noch zu dritt, den meisten Metallern mächtig die Hammelbeine lang.
Auch die anderen Songs werden, bis auf "Conclusion" und "Epilogue" vom Schlagzeug begleitet. Neben Klavier, diversen Streichern und einer Trompete, ohne die "Toreador II" auch schlecht denkbar wäre, kommen auch noch einige programmierte Samples zum Einsatz, die aber nie aufgesetzt wirken und meist das Gesamtbild nur abrunden. Doch die auf ein Trio geschrumpften Finnen bollern natürlich nicht nur durch die Heide, sondern zollen auch ihren klassischen Wurzeln und ihrer finnischen Heimat Respekt.
Die Mischung ist bekanntlich das, was wirkliche Großtaten ausmacht. Schon mit "Resurrection" zeigen Eicca, Perttu, Paavo und Dave, was ne Harke ist und ziehen ein paar Furchen ins Trommelfell. Der überraschendste Song ist aber "Heat" mit seinem ständigen Wechsel zwischen sehr elektronischen Grooves und leichten Tribalbeats. Doch auch "Cortége" weiß mit seiner klassischen Orchestrierung à la Schostakowitsch und wirklich fetten Riffs zu überraschen.

