Die Plattenindustrie versucht weiter, die Verteilungsmöglichkeiten für Musik im Internet in den Griff zu bekommen - mit aller Macht und bisher wenig Erfolg. Gründungen von Tauschbörsen wie Napster oder Morpheus haben die Plattenfirmen regelrecht überrascht.
Sofort versuchte man mit neuen Konzepten entgegenwirken. Die am häufigsten genannte Lösung: Abodienste. Der Nutzer soll einen monatlichen Pauschalpreis bezahlen und kann dann Musik aus dem Netz runterladen. Schon in wenigen Tagen wollen z. Bsp. die großen Labels AOL Time Warner, EMI und BMG mit eigenen Abodiensten starten.
Die Erfolgsaussichten sind nicht vielversprechend. Laut einer aktuellen Umfrage bei ZDnet.com wollen nur 3% der Surfer Geld für Mp3 im Internet bezahlen. 97% dagegen sagen klipp und klar: "Mach' ich nicht". Von denen die bereit sind, wollen aber auch nur die Hälfte den von den Plattenfirmen anvisierten Preis von ca. 10 Euro pro Monat aktzeptieren. Den anderen sind die rund 20 Mark Wochen zuviel für das Vergnügen.
Speziell in Deutschland gibt es ein zusätzliches Problem für die Plattenindustrie. Private Musikkopien sind erlaubt. Erst vor kurzem hat ein enttäuschter Musikfan eine Plattenfirma verklagt, weil er eine gekaufte CD mit dem PC nicht kopieren konnte. Je nach Entscheidung des Gerichts könnte ein restriktiver Kopierschutz zukünftig als illegal gelten.
Ausserdem ist bisher noch nicht bewiesen, dass der Kopierschutz eine positive Wirkung für die Plattenfirma hat. Beispiel Zomba Records: Obwohl seit Anfang des Jahres alle ausgelieferten CDs mit Kopierschutz ausgerüstet sind, ist der Umsatz um 15 Prozent gesunken. Es drängt sich hier also der Verdacht auf, dass die Plattenfirmen Raubkopien als Erklärung missbrauchen und weniger beim Management nach Fehlern suchen.
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