Der Kampf Gut gegen Böse wird derzeit zwischen Plattenfirmen und Tauschbörsen ausgetragen. Wer der Gute und wer der Böse ist, sei mal dahingestellt. Aber nicht nur Morpheus, Gnutella und Grokster kämpfen gegen die Labels, auch kleinere, eher unbekannte P2P-Netzwerke haben so ihre Probleme mit Plattenfirmen.
Jüngster Fall: Warp gegen Soulseek. Warp ist ein sehr erfolgreiches aber kleines Label für elektronische Musik. Soulseek dagegen ist eine Tauschbörse. Ebenfalls sehr klein, aber fein. So könnte man sagen, denn bei Soulseek gibt es nur elektronische Musik von eher unbekannten Interpreten und Bands. Leider tauchte jetzt bei Soulseek ein Titel auf, der erst
nächste Woche von Warp veröffentlicht wird. Das kratzt Soulseek natürlich herzlich wenig, schließlich können die nichts für die Uploads ihrer Benutzer. Warp dagegen findet das Ganze gar nicht witzig und forderte Soulseek jetzt per Email auf, diese Downloads zu unterbinden oder den betreffenden Song zu filtern.
Jetzt hat auch Soulseek ein Problem, denn das Netzwerk funktioniert mit einem zentralen Server, der die Suchanfragen von User zu User schickt und dann ausgibt. Eine bestimmte Datei herauszufiltern, ist so gut wie unmöglich. So haben Warp und Soulseek, obwohl sie klein und unabhängig sind und nicht weiter auffallen, das gleiche Problem wie die großen Labels und Tauschbörsen.
Die Soulseek-Community setzt in dieser Auseinandersetzung auf das Ergebnis einer Blitzumfrage: Demnach nutzen nur 5% der User die Tauschbörse, weil sie für Musik nichts bezahlen wollen. Über 50% gaben dagegen an, dass sie die Musik unbekannter Bands kennen lernen wollen und sich bei Gefallen das Album oder die Single zulegen würden - auf herkömmliche Weise im Plattenladen gegen Bares. Ob sich Warp von dieser Argumentation beeindrucken lässt, bleibt abzuwarten.
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