Kürzlich wurde der laufende Prozess um die Tauschbörse Napster unterbrochen. Jetzt kommt der Grund der Zwangspause an die Öffentlichkeit. Die Plattenfirmen wollten offensichtlich eine genauere Untersuchung der eigenen Online-Plattformen verhindern. Deshalb die Unterbrechung.
Bundesrichterin Patel setzte den Prozess vor zwei Wochen aus, damit Napster mit den Labels nochmals über das Thema Lizenzvergabe verhandelt könne. Eine jetzt veröffentliche Mitschrift beweist, dass die Plattenfirmen zu diesen
neuen außergerichtlichen Verhandlungen gezwungen wurden. Die New York Times berichtet, dass die Bundesrichterin den Labels gedroht hat, die Geschäftspraktiken bei den hauseigenen "Tauschbörsen" Musicnet und Pressplay zu untersuchen, falls man sich in Punkto Lizenzen nicht einigen würde.
Den Plattenfirmen wird u.a. vorgeworfen, den Markt beherrschen zu wollen um Napster unter Druck zu setzen. So wollte Musicnet die Lizenz für die Musik der drei Labels AOL Time Warner, BMG und EMI nur dann erteilen, wenn Napster dafür auf Lizenzen von Sonys und Universals Plattform Pressplay verzichtet hätte.
Vertreter der Musikwirtschaft merkten jedoch auch an, dass Napster bald das Geld ausgehen könnte und dass man deshalb den Prozess unterbrochen habe. Die Vorwürfe der Bundesrichterin seien nicht ausschlaggebend für die Unterbrechung.
Napster steckt tatsächlich in finanziellen Schwierigkeiten. Der von Bertelsmann gestellte Napster-Chef Andreas Schmidt erklärte, dass das Geld für Napster begrenzt sei. Bisher wurden bereits über 100 Millionen Dollar investiert. Weitere Investitionen hängen offenbar davon ab, ob Napster sich in absehbarer Zeit mit den Plattenfirmen einigt.
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