Die Kanadier denken derzeit über eine Steuer für CD-Rohlinge und andere Speichermedien nach. Hintergrund ist der Wunsch, solche Speichermedien, auf denen potentiell urheberretlich geschützte Werke gespeichert werden können, zu belasten. So sollen Künstler von vornherein für die eigene Musik, auch wenn diese kopiert wird, entschädigt werden. Und natürlich sollen auch die Verwertungsgesellschaften mitverdienen.
Schon jetzt gibt es heftigen Protest. Die Hersteller von Speichermedien befürchten, dass es vermehrt zu Schmuggel kommen kann. Immerhin soll die geplante Steuer mit umgerechnet einem halben Euro zu Buche schlagen.
Auch unabhängige Musiker wollen die Steuer nicht. Sie argumentieren, dass es nicht sein kann, eine Steuer zu bezahlen, wenn man die eigene Musik mühevoll auf CD gebracht hat und dann in Eigenregie vertreibt, um so den Bekanntheitsgrad zu steigern und Labels zu bemustern. Daher sollte es mindestens einen Verteilungschlüssel geben. Für Audio-Kassetten gibt es eine solche Steuer in Kanada übrigens schon. Aber wer benutzt heute noch Audio-Tapes ?
Von dieser Steuer profitieren könnten aber vor allem die Tauschbörsen. Wenn jeder User grundsätzlich bezahlen muss, verlieren die Plattenfirmen ihr Hauptargument gegen KaZaA und Co. Auch die Entwicklung der Kopierschutztechnologie könnte man sich dann schenken.
Dennoch ist die Aussicht auf Erfolg wohl eher dünn und das Konzept wird sich mit Sicherheit nicht weltweit durchsetzen. Denn wo würde die Grenze gezogen ? Genügend Anwender brennen nun mal Daten wie Fotos, eigene Filme oder Korrespondenz - überwiegend privater Natur. Warum sollte man also selbst dafür bezahlen?
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