Nach den Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Woche gehen die Betreiber der Tauschbörse Kazza ans Licht der Öffentlichkeit. Mit einem neuen Update und ausführlichen Informationen will die Firma Sharman aufgebrachte und verunsicherte User beruhigen.
Viel war kritisiert worden am Auftreten der neuen Kazza-Besitzer, der australischen Firma Sharman Networks, an die die holländischen Entwickler die Tauschbörse verkauft hatten. Von einer Briefkastenfirma war gemunkelt worden, von Spyware, von geheim installierter Zusatzsoftware, die sich plötzlich und ungefragt auf den Rechnern der Nutzer bemerkbar machen würde. Jetzt kontert Sharman die Angriffe auf der Kazza-Homepage durch ausführliche Informationen, die Licht ins Dunkel bringen sollen.
So stellt sich die Chefabteilung der Firma in Bild und Wort vor. Geschäftsführerin ist Nikki Hemming, die früher für die Entertainmentfirmen Virgin und Sega an verantwortlicher Stelle tätig war. Sie glaube, dass Kazza die Killer-Application des neuen Jahrtausends werden wird.
Damit dem so wird geht man auch detailliert auf die jüngst erhobenen Vorwürfe ein. Zum Thema Spyware liefert Kazza eine Erklärung ab, dass man derartige Spionageprogramme grundsätzlich nicht in seinem Software-Paket integriere und alle beteiligten Firmen eine entsprechende Erklärung unterzeichnen müssen, dies auch in der Zukunft nicht zu tun.
Trotzdem gibt man an anderer Stelle zu, Cydoor und Brilliant Software integriert zu haben, die in der Lage ist, Daten der Kazza-Nutzer an einen zentralen Server zu melden. Wenn das kein Spyware ist, was ist das denn dann? Zumindest sahen Technik-Experten diese Programme eindeutig als Spyware an, die für den Nutzer uneinsichtig im Hintergrund arbeiten und Aufschluss über Interessen und Surfverhalten an die Betreiber liefern.
Weiterhin rechtfertigt man sich gegen die Vorwürfe, ungefragt weitere Software-Applikationen auf den Nutzer-PCs zu installieren damit, dass man ja jede einzelne Applikation deinstallieren könne. In einer Welt von PC-Dummies, die noch nicht mal wissen, wie das geht, reicht das allemal aus, um mit einem Schlag ein Programm millionenfach zu verbreiten, ohne das Wissen oder Zutun der entsprechenden PC-Besitzer. Zum Schluß dann noch die übliche Erklärung, dass man nicht dulde, wenn über die Tauschbörse das Urheberrecht verletzt werde.
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