Der ungeschickte und teilweise ungerechtfertigte Umgang der Musikindustrie mit dem Medium Internet als Vertriebskanal erhitzt seit langem die Gemüter. Jetzt gehen auch die ersten namhaften Künstler auf die Barrikaden und schließen sich zusammen.
Nachdem Don Henley in den USA die Recording Artist Coalition gegründet hat, zieht Dave Stewart (ehemals Eurythmics) jetzt nach und eröffnet das Artist Network. Auch diese Vereinigung soll Newcomern und bekannten Künstlern das Leben im Musikbizz einfacher machen, denn: Die Major-Labels sind zur Zeit nur auf die schnelle Mark aus und versuchen, möglichst viel Massenware an möglichst viele Konsumenten, meist via TV und Radio, abzusetzen. Oft bleibt dort außer Spesen nicht viel für die Künstler übrig, denn in Zeiten von Bro'Sis und Co. geht es größtenteils um Kosteneinsparung und Gewinnmaximierung.
Dave Stewart hat nun ca. 10 Millionen Dollar Investitionskapital zusammengetragen und damit begonnen, sein Artist Network aufzubauen. Die Künstler von Artist Network sollen ihre Songs größtenteils in Eigenregie produzieren. Beim Konzept wird vom Management nicht reingeredet. Neben Musik soll es aus dem Hause Artist Network zusätzlich auch Filme geben. Somit stehen die Weichen auf Schaffung eines mutimedialen Konzerns. 2003 sollen nochmals 10 Millionen Dollar aufgebracht und investiert werden und in fünf Jahren soll Artist Network dann über 150 Millionen Dollar wert sein, wenn's nach Dave Stewart geht.
Ob das Konzept aufgeht, wird sich zeigen. Der erste Deal ist bereits perfekt. Dave Stewart produziert die Raggae-Legende Jimmy Cliff. Andere Künstler sollen auch schon Interesse bekundet haben.
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