Der Heckenschütze von Washington ist mittlerweile gefasst. In den USA ist jetzt eine höchst fragwürdige Diskussion ins Rollen gekommen. Grund dafür sollen angebliche Verbindung der HipHop-Szene zu den Idealen des Sniper sein.
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sucht krampfhaft nach Schuldigen für die Entgleisungen des Heckenschützen und seines Stiefsohnes. Dass der Mörder islamisch orientiert ist, wird jetzt offenbar als Freibrief für obskure Anschuldigungen genommen. So traf es als ersten Busta Rhymes. Ging man früher eher auf Heavy-Metal-Bands los, findet man jetzt die schwarze HipHop-Kultur besonders "gefährlich". Busta Rhymes hat sich bereits verteidigend geäußert: "Warum zum Teufel bringen die mich mit den Mördern in Verbindung? Die Regierung weiß doch schon lange über die Five Percent Nation Bescheid. Sie versuchen jetzt die öffentliche Sichtweise zu verdrehen, da wir gegen alles sind, wofür die stehen."
Die Five Percent Nation ist ein Ableger der mächtigen Nation Of Islam, die Gleichgesinnte und Glaubensbrüder unter einem Dach vereinigt. Da in den Texten des Wu Tang Clan und Busta Rhymes Passagen wie "Word Is Bond" oder "I'm God" auftauchen, meint man in den USA, jetzt wüste Verdächtigungen aussprechen zu können.
Nation Of Islam-Führer Louis Farrakhan hat sich bisher am deutlichsten zu den Anschuldigungen geäußert: "Es ist tragisch zu sehen, dass einer aus unseren Reihen so etwas Schreckliches getan haben soll. Aber ich sage auch, dass der Bombenleger Timothy McVeigh der christlichen Religion angehört, aber niemand der Kirche eine Mitschuld an seinem Massenmord unterstellt. 95 Prozent aller Häftlinge sind christlicher Konfession, aber niemand macht Jesus oder die Pastoren für deren Verbrechen verantwortlich."
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