Konzerne wie Bill Gates' Microsoft müssen Geld verdienen. Dabei treibt die Geschäftspolitik jetzt besonders interessante Blüten. Einerseits wird ein kopiergeschütztes Audio-Format entwickelt, andererseits mit Kazza, der größten Tauschbörse überhaupt, auf dem Werbesektor zusammengearbeitet. Zumindest sieht man bei Kazza neuerdings Werbung für den Windows Media Player, mit dem das Unternehmen aus Richmond die heimischen PCs und deren Mp3-Files für das Abspielen auf Microsoft-Niveau gewinnen will.
Besonders raffiniert sind dabei die Werbemethoden an sich: So werden auf Kazza Trailer aus Kinofilmen angeboten. Lädt sich der User einen solchen Trailer herunter, sucht eine Installationssoftware automatisch nach der neusten Version des Windows Media Player und lädt diese gleich mit runter, inklusive anschließender Installation. Diese Aktion läßt sich Microsoft natürlich etwas kosten und bei jedem Download kassiert Kazza kräftig mit. So entsteht ein Kampf zwischen Musikindustrie und Tauschbörsen, in dem Microsoft sowohl als Feind als auch als Verbündeter auf beiden Seiten mitmacht. Das nennt man dann wohl Crossmarketing.
Diese Strategie wird von Microsoft erwartungsgemäß verteidigt: "Die hauseigenen Formate WMA und WMV werden schon bald dafür sorgen, dass die illegalen Downloads zurückgehen, da so nur kopiergeschützte Dateien im Umlauf sein werden", sagte ein Sprecher. Dass Microsoft an einer Monopol-Stellung im Entertainment-Bereich arbeiten würde, streitet der Konzern dagegen strikt ab.
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