Ursprünglich sollten die Anwälte der Musikindustrie KaZaA und den Partner Grokster kurzfristig in den Ruin klagen. Doch das ist scheinbar nicht so leicht zu erledigen. Es zeichnet sich ab, dass es ein welweites Kartell der Tauschbörsen gibt. Jeder kennt irgendwo jemanden und die diversen Firmen sitzen auf Pazifik-Inseln und anderen unbekannten Flecken.
Darüberhinaus haben sowohl die Verantwortlichen von KaZaA und von Grokster laut eigenen Angaben keinen Zugriff auf den Quellcode der Tauschbörsen-Applikation. Die Rechte dafür haben immer noch die Erfinder aus Holland. Die sind aber nicht aufzufinden und sollen sich angeblich nicht mehr in Europa aufhalten. Ihre Firma FastTrack ist pleite und die Webseite verwaist. Gerüchten zufolge ist der Quellcode jetzt in Estland aufgetaucht und wird dort im Auftrag der Erfinder weiterentwickelt.
Auch die Tauschbörse iMesh aus Isreal soll jetzt bei KaZaA und Grokster am Start und mit dem Netzwerk verbunden sein. Nach wie vor sind rund um die Uhr fast 3 Millionen Leute ständig bei KaZaA und Grokster eingeloggt und tauschen Musik, Filme und Software. Selbst wenn die Tauschbörsen in den USA verurteilt werden - das Urteil wird sich aufgrund der komplexen Struktur nur schwer durchsetzen lassen, da viele Länder bestimmten Copyright-Regelungsvereinbarungen nie beigetreten sind. Außerdem weiß scheinbar niemand genau, wer sich wo aufhält und wofür verantwortlich ist.
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