
Los Angeles - Die Schweigepflicht aller Beteiligten im Missbrauchsverfahren gegen US-Popstar Michael Jackson bereitet möglicherweise nun auch Staatsanwalt Thomas Sneddon Probleme. Jacksons Verteidiger übergaben dem zuständigen Richter in Santa Maria (Kalifornien) eine Reihe von Dokumenten, die nach ihrer Auffassung beweisen, dass Sneddon sich im Juli bei einem Treffen mit anderen Staatsanwälten über das strikte Redeverbot hinweggesetzt hat.
Richter Rodney Melville hatte im Januar striktes Redeverbot für alle Beteiligten an dem Verfahren angeordnet, um zu verhindern, dass jedes Detail zu den Medien vordringt. Anfang Juli hatte Melville bereits Jackson selbst wegen Verstoßes gegen die Anordnung gerügt. Die Anwälte des Popstars versuchen derzeit mit zahlreichen Argumenten, die Ermittler zu diskreditieren.
Jackson war im November unter dem Vorwurf festgenommen worden, sich zwischen Februar und März 2003 an einem damals zwölfjährigen Jungen vergangen zu haben. In der zehn Punkte umfassenden Anklageschrift werden dem 45-Jährigen unter anderem Kindesmissbrauch in vier Fällen sowie auch Verschwörung zur Kindesentführung vorgeworfen.
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