
Berlin - Zu Beginn der Popkomm ist ein Streit um die von Musikindustrie und Künstler gefordert Radioquote für deutsche Musik entbrannt. Vertreter des deutschen Phonoverbandes, Künstlervereinigungen und Industrievertreter fordern, dass mindestens 25% der im Radio gespielten Musik von deutschsprachigen Newcomer sein soll. Anders könne man nationale Talente nicht fördern.
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) plädierte auf seiner Eröffnungsrede der 16. Popkomm für eine freiwillige Vereinbarung zwischen Sendern und Musikbranche. Panik-Rocker Udo Lindenberg sprach sich dagegen für eine gesetzliche Lösung aus. Nur wenn Musik aus Deutschland ein fester Anteil am Programm garantiert werde, hätten Nachwuchskünstler eine Chance, sagte Lindenberg von Pressevertretern. Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, sagte dazu: "Eine Quote ist dringend nötig, um Talente zu fördern."
Öffentlich-rechtliche und private Musiksender sind gegen eine Regelung "von oben". Die Privatsender wollen im Notfall sogar eine Verfassungsklage einreichen, um eine Quote zu verhindern: "Unser Kriterium ist der Hörer und kein Lobbyistenverband", sagte ein Vertreter des NDR. "Parteien können nicht bestimmen, was die Hörer hören sollen", hieß es weiter. Außerdem hätte deutschsprachige Musik keine ausreichende Akzeptanz in der Bevölkerung.
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