
Das für die wöchentliche Charts-Ermittlung und -Veröffentlichung zuständige Unternehmen will den Musikmanager David Brandes verklagen. Das teilte Media-Control-Chef Karlheinz Kögel heute mit: "Wir werden uns gerichtlich gegen die Aussage wehren, dass das alle so machen", sagte Kögel. Brandes hatte im TV behauptet, dass Manipulationen der Charts der Normalfall wären und dass seiner Interpretin Gracia ein Wettbewerbsnachteil entstanden wäre, wenn er anders gehandelt hätte.
Kögel räumte ein, dass Manipulationsversuche so alt wie die Charts seien. Allerdings habe es Brandes in seinem Bestreben, den Titel "Run & Hide" von Gracia durch gezielte Aufkäufe von CDs besser in der Hitparade zu positionieren, übertrieben. "In diesem Fall handelt es sich um eine besonders dreiste Form der Beeinflussung", sage Kögel.
Produzent und Manager Brandes soll durch gezielte Plattenaufkäufe die Chartplatzierungen von durch ihn vertretene Interpreten wie z. B. Gracia oder Vanilla Ninja manipuliert haben. 2000 Plattenkäufe in den ersten Wochen hat Brandes in einer Fernsehsendung eingeräumt und dies als "moralisch okay" bezeichnet. Zugleich verwies er darauf, dass es "viele in der Branche" machen. Gegen diese Behauptung will Media Control nun vorgehen.
Die Charterhebung an sich wird vom Skandal nach Kögels Einschätzung nicht beeinflusst: "Am System müssen wir nichts ändern. Die Sensoren haben funktioniert." Kögel ist zudem von der abschreckenden Wirkung der möglichen Klage überzeugt: "Jeder der fummelt, hat jetzt Angst bekommen."
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