
Laut ARD ist das deutsche Image im Ausland durch den Manipulations-Skandal um Sängerin Gracia in den deutschen Charts nicht beschädigt worden. Der NDR sagte, dass "die Diskussion im Ausland gar nicht wahrgenommen wird". Allerdings merken die europäischen Nachbarn sehr wohl, dass deutsche Künstler im eigenen Land offensichtlich nie genügend Unterstützung bekämen, wie es in anderen Ländern üblich sei.
Der NDR kritisierte, dass sich jedes Jahr stimmen gegen den Siegertitel finden würden, egal wer gewinnen würde. Damit begebe sich Deutschland auf eine Stufe mit Ländern wie Serbien oder Litauen. Auch Sängerin Lou ereilte vor zwei Jahren das gleiche Schicksal. Sie erhielt keine Unterstützung im eigenen Land. Die deutsche Presse würde die Kandidaten "konsequent runterschreiben" hieß es weiter.
Gracias Grand-Prix-Song "Run & Hide" sowie fünf weitere Titel ihres Produzenten David Brandes waren vor einer Woche aus den offiziellen Hitlisten verbannt worden. Brandes soll die Single über gezielte CD-Aufkäufe in die Top 40 befördert haben, was Gracia den Weg zum Vorentscheid geebnet haben soll. Am Wochenende hatten 13 ehemalige deutsche Grand-Prix-Künstler die 22-Jährige mit Blick auf das Ansehen Deutschlands in einem offenen Brief zum Rückzug aufgefordert.
"Entscheidend für unser Image im Ausland ist, ob der Auftritt beim Finale gut ist", betonte der NDR. Der Eurovision Song Contest findet am 21. Mai in Kiew statt und dürfte wieder zu den größten europäischen Fernsehereignissen des Jahres zählen. Rund 100 Millionen Zuschauer werden erwartet.
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