
Ein 24-jähriger Mann sagte gestern im Prozess gegen Michael Jackson aus. Teils unter Tränen berichtete er über Vorfälle, die sich bereits zu Beginn der 90er Jahre auf der Neverland-Ranch des Popstars zugetragen haben sollen. Der Zeuge ist Sohn einer Frau, die damals bei Jackson als Haushälterin angestellt war. Insgesamt drei Mal soll Jackson den damals Minderjährigen unsittlich berührt haben.
Zunächst soll es sich um harmlose "Kitzelspiele" gehandelt haben. Später dann soll Jackson den Zeugen auf der Hose in dessen Genitalbereich berührt haben, schließlich sogar unter der Kleidung. 100,- Dollar habe der Popstar dem Jungen damals gegeben, damit er seiner Mutter nichts erzähle. Aus Angst habe er zunächst niemandem von den Belästigungen erzählt, sagte der Zeuge.
Erst 1993 kamen die Anschuldigungen erstmals auf, weil die Polizei damals einen anderen Vorwurf gegen Jackson geprüft hat. Jackson einigte sich damals mit zwei Parteien außergerichtlich, indem er mehrere Millionen Dollar "Schweigegeld" zahlt. So war die Angelegenheit zunächst erledigt. Die Familie des Zeugen, der am Montag aussagte, soll 1994 von Jackson eine Abfindung von über zwei Millionen Dollar erhalten haben.
In dem laufenden Verfahren ist Jackson (46) angeklagt, einen heute 15-jährigen Jungen im Februar und März 2003 mindestens zwei Mal auf seiner Neverland-Ranch missbraucht zu haben. Er soll den Teenager auch durch Alkohol gefügig gemacht haben. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem Sänger über 20 Jahre Haft. Jackson hat wiederholt sämtliche Vorwürfe von Kindesmissbrauch zurückgewiesen und seine Kontakte mit Jugendlichen als harmlose Freundschaften dargestellt.
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