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Gestern Abend war es mal wieder Zeit für den "zweitwichtigsten" deutschen Musikpreis. In Köln verlieh der Musiksender VIVA seinen Comet. Überraschungen gab es keine: Tokio Hotel konnten drei Preise abräumen, ebenso Silbermond. Damit gehörten beide ostdeutschen Bands zu den Gewinnern des Abends und konnten zum wiederholten Male zeigen, wer derzeit in den deutschen Kinderzimmern angesagt ist. Da es sich beim Comet um einen Zuschauerpreis handelt, den die Fans per Telefon-Voting vergeben können, war von diesen Entscheidungen auch niemand wirklich überrascht.
Neben Silbermond und Tokio Hotel konnte auch Bushido einen Preis mit nach Hause nehmen. Der Berliner Skandal-Rapper zeigte sich bei der Gala relativ entspannt. Er habe sich nicht gefreut, dass die anderen nicht gewonnen hätten. Seine einzige Freude gelte seinem eigenen Erfolg. Richtig gerührt von seinem "Newcomer"-Comet zeigt sich Ex-DSDS-Kandidat Nevio, der den Preis für den Erfolg seines Debütalbums einsacken konnte.
Zwischen all den Teenies und deren Fans trat dann zum Glück noch einer der alten Garde auf: Herbert Grönemeyer überzeugte wie üblich mit einer perfekten Live-Performance und hatten auch noch Pädagogisches auf Lager: "Alle paar Sekunden stirbt eine Kind an Unterernährung. Das ist nicht lustig. Ich wünsch euch aber trotzdem einen schönen Abend", ließ der wohl dienstälteste Musiker des Abends verlauten, um wenigstens noch etwas Seriosität in die Veranstaltung zu bringen. Das versuchte übrigens auch Jeanette Biedermann, die zum Thema "Band" einen längeren Artikel aus der Wikipedia-Enzyklopädie verlas. Die Länge des Textes war für das minderjährige Publikum allerdings nicht leicht zu ertragen. Der Geräuschpegel stieg unaufhaltsam, bis die Biedermann am Ende nur noch flehen konnte: "Liebe Leute, lasst mein Ohren heil!"
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