Eigentlich hätte der diesjährige Songcontest das Motto "Der Osten regiert den Grand Prix" verdient. Trotz eines stimmlich und musikalisch einwandfreien Auftritts erreichte Roger Cicero mit seinem Beitrag lediglich den 19. Platz von 24 Teilnehmern. Presse, Zuschauer und Künstlerkollegen sind sich jedoch einig, dass dies kein musikalisch repräsentatives Ergebnis sei. Daher wird nach diesem Debakel sogar laut darüber nachgedacht, ob Deutschland im nächsten Jahr überhaupt noch antreten solle.
Cicero gab sich nach der Show sichtlich enttäuscht. In einem Interview sagte er: "Das Ergebnis spiegelt leider keinen gesamteuropäischen Geschmack mehr wider. Es ist offensichtlich, dass sich die osteuropäischen Länder gegenseitig die Punkte zugeschoben haben. Allerdings sind deren Kandidaten in ihren Nachbarländern auch sehr bekannt. Uns kennt in Osteuropa keiner." Damit trifft der Mann mit Hut die Meinung der meisten Deutschen auf den Kopf.
Nach dem eher überraschenden Sieg der Serbin Marija Šerifovic, die mit ihrer klassischen Grand-Prix-Ballade "Molitva" ("Gebet") die eindeutige Mehrheit der Stimmen erlangen konnte, sagte die 22-Jährige: "Das ist ein neues Kapitel für Serbien, nicht nur musikalisch. Wir werden nächstes Jahr Europa willkommen heißen in Belgrad. Ich bin so stolz, Serbin zu sein". Roger Cicero gratulierte brav und freute sich für die Künstlerin. Er selbst hätte jedoch für den schwedischen Beitrag abgestimmt, verriet er uns später.

