In Darmstadt hat Helge Schneider für große Aufregung gesorgt. Allerdings nicht mit einem Auftritt, sondern - im Gegenteil - mit einer Absage. Der Komiker und Jazzmusiker traute seinen Augen nicht, als er am Sonntag in der Spielstätte eintraf, in der er am Abend auftreten sollte. Offensichtlich war das Darmstadtium nicht ganz im Plan fertig geworden und glich mehr einer Baustelle als einer Mehrzweckhalle. Ein Rundgang durch die neue Kongresshalle machte den ersten Eindruck auch nicht besser, und Helge Schneider entschied sich dazu, das komplett ausverkaufte Konzert abzusagen.
Schneider wörtlich: "Auf einer Baustelle spiele ich nicht, komme aber gerne wieder, wenn die Halle fertig ist." Für Die Geschäftsführung des Darmstadtiums ist die sehr kurzfristige Entscheidung kaum nachzuvollziehen: "Wir haben kein Verständnis dafür, dass es dem Management nicht gelungen ist, den Künstler zu dem vertraglich vereinbarten Gastspiel in unserem Haus zu bewegen. Weiterhin versichern wir, dass es keine baulichen Mängel oder technische Unzulänglichkeiten gibt, die einen Auftritt Helge Schneiders verhindert hätten."
Das sieht der Konzertveranstalter allerdings ganz anders. In einem Bericht wurde den Verantwortlichen eine beachtliche Mängelliste vorgeführt. Kritisiert wurden vor allem die Verhältnisse im Backstagebereich, die für die Künstler unzumutbar seien. Man kampiere zwischen Zementsäcken und offenen Abflussrohren, während die Kostüme einer Sonderreinigung wegen des Baustaubs unterzogen werden müssten, heißt es in dem Bericht. Die Reaktionen der Fans auf Helge Schneiders Absage schwanken zwischen Enttäuschung und Verständnis. Die Karten behalten jedoch bis zum Nachholtermin ihre Gültigkeit.






